Andrea Eskau holt Sprint-Silber

Die 45-Jährige muss sich bei den Ski-Nordisch-Weltmeisterschaften für Sportler mit Behinderung nur Oksana Masters (USA) geschlagen geben.


Andrea Eskau vom USC Magdeburg hat der deutschen Nationalmannschaft der Langläufer und Biathleten mit Behinderung am zweiten Tag der WM eine Silbermedaille beschert. Die 45-Jährige holte im Langlauf-Sprint der sitzenden Konkurrenz Silber hinter der Topfavortin Oksana Masters (USA). Bronze ging an Lidziya Hrafeyeva (Weißrussland).

„Ich habe das Maximale herausgeholt“, sagte Eskau. „Oksana war heute nicht zu schlagen.“ Für die mehrfache Weltmeisterin und Paralympicssiegerin war es im zweiten Rennen die zweite Medaille. Am Samstag im Biathlon über die mittlere Distanz hatte sie bereits Bronze gewonnen. Gelegenheit, den Medaillensatz bei Einzelstarts komplett zu machen, gibt es noch genug, zum Beispiel in ihrem Lieblingsrennen zum WM-Abschluss am Sonntag, 19. Februar, dem Langlauf über fünf Kilometer.

Die anderen deutschen Starter blieben am Sonntag ohne Medaille. Anja Wicker (MTV Stuttgart) kam auf Rang sechs, für sie war aber schon der Finaleinzug ein Erfolg gewesen. „Die anderen hätten sich schon gegenseitig abschießen müssen, damit ich aufs Podest komme“, scherzte die 25-Jährige. Der frisch gebackene Weltmeister im Biathlon über die mittlere Distanz, Martin Fleig aus Freiburg, schied genau wie Clara Klug (München) und Steffen Lehmker (Kirchzarten) im Halbfinale aus.

„Ich habe die falsche Spur erwischt. Das hat zu viel Zeit gekostet. Aber mein Prolog war gut“, sagte Fleig. Clara Klug steigerte sich läuferisch im Vergleich zum Vortag, verlor am langen Anstieg aber zu viel auf ihre Halbfinal-Gegnerinnen. „Die letzten drei, vier Schritte fehlen noch“, sagte ihr Guide und Trainer Martin Härtl (Nesselwang). Steffen Lehmker genoss sein Halbfinale, für das er sich als Zwölfter gerade noch qualifiziert hatte, in vollen Zügen. „Es war eine tolle Erfahrung.“

Äußerst knapp am Halbfinale vorbeigefahren ist dagegen Nico Messinger (Freiburg) mit seinem Guide Christian Winker (Spaichingen). Im Prolog fehlten dem 22-Jährigen als Zehnter dreieinhalb Sekunden auf Rang acht und weniger als sechs Sekunden auf den dritten Platz. „Es war brutal eng.“

Damit steht das deutsche Team nach zwei Tagen bei fünf Medaillen. Am Montag ist in Finsterau wettkampffreier Tag, am Dienstag geht es mit dem Biathlon über die lange Distanz (12,5 km/15 km) weiter. (ben)  

 

Alle Informationen zur WM und einen Live-Stream gibt es auf www.finsterau2017.com