Athleten wollen Trend bestätigen

Unmittelbar vor dem Weltcup-Start: Das erwarten die deutschen Langläufer und Biathleten von Tyumen und der neuen Saison insgesamt.

 

Anja Wicker (Gesamtweltcupsiegerin Biathlon 2014/2015):
Die Stuttgarterin legt ihren Schwerpunkt auch in diesem Winter aufs Biathlon, wo sie einen Titel zu verteidigen hat. Da trifft es sich gut, dass das Programm in Tyumen zunächst drei Langlauf-Wettkämpfe vorsieht, womöglich die Chance für Wicker, sich warm zu laufen und an die örtlichen Bedingungen zu gewöhnen. „Ich freue mich sehr, dass es endlich losgeht“, sagt die 23-Jährige – und ist auf die Atmosphäre in Westsibirien gespannt. „Das soll ja eine Riesenanlage sein, das wird bestimmt beeindruckend.“


Martin Fleig
(Dritter im Gesamtweltcup Biathlon 14/15):  
Sie schienen ihm fast selbst ein bisschen unheimlich gewesen zu sein, die Erfolge im vergangenen Winter. „Es war gigantisch, aber ich richte den Fokus lieber nach vorne“, sagt der Freiburger. Fest steht: der 26-Jährige ist endgültig in der Weltspitze angekommen – und möchte dort bleiben. Im neuen Schlitten soll es mehr als einmal aufs Treppchen gehen. Als sehr stabil schätzt der Bundestrainer Ralf Rombach seinen Schützling ein. „Er kennt und vertraut sich. Das ist wichtig“, sagt Rombach. 


Vivian Hösch
(Fünfte im Gesamtweltcup Biathlon und Langlauf 14/15):
Bis zum Sommer lief alles glatt bei Vivian Hösch, dann bremste sie eine Krankheit nachhaltig aus. Doch mit viel Biss kämpfte sich die Freiburgerin geleitet durch ihren Guide Florian Schillinger (beide im Foto oben) heran. „Das wird ihr einen Schub geben“, sagt Rombach. Hösch selbst bekundet: „Ich habe es in Oberhof genossen, endlich wieder auf Skiern zu stehen, aber ich bin natürlich noch nicht dort, wo ich mal war.“ Das Ziel für Tyumen: "Einfach alles geben." Ihre Konzentration gilt den Sprint-Wettbewerben.


Clara Klug (Siebte im Gesamtweltcup Langlauf 14/15):
„Eine Packung Kraft und eine große Tüte Ausdauer“, wünschte sich Clara Klug ein paar Wochen vor Saisonstart noch. Im Abschlusslehrgang von Oberhof zeigte sie zuletzt erneut, dass die Richtung bei der 21-Jährigen stimmt. Die Trainingsleistungen suggerieren einen laut Rombach „deutlichen Sprung nach vorne“, Klug selbst möchte das im Wettkampf belegen – und in den nächsten Monaten in den B-Kader laufen. „Ich merke, dass ich mich verbessere, aber es steht mir noch immer viel Fleißarbeit bevor.“


Nico Messinger
(Achter im Gesamtweltcup Biathlon 14/15):
Was für Klug gilt, gilt auch für den 20-jährigen Freiburger. Seine Tendenz zeigt nach oben, die Konkurrenz ist zwar stark, „aber wir haben den Rückstand bisher in jedem Jahr verringert“, sagt sein Guide Philip Burchartz. Messinger selbst sieht vor allem noch Bedarf bei seiner Spritzigkeit. Sein Ziel für diese Saison ist identisch mit dem von Clara Klug: die B-Kader-Norm knacken. Einmal Achter müsste er dazu werden. Das verpasste er im vergangenen Winter als zweimaliger Neunter hauchdünn. Einmal fehlten 0,4 Sekunden.


Max Hauch
(Neunter im Gesamtweltcup Biathlon 14/15):
Der dritte im Bunde, der sich für die anstehende Saison vorgenommen hat, Resultate zu erziehen, die ihn für den B-Kader qualifizieren, ist Max Hauch. In Tyumen gilt für den 28-jährigen Wörrstädter aber erst einmal, auf Schnee anzukommen. Wegen einer Erkrankung konnte er das Trainingslager in Oberhof nicht mitmachen, ihm fehlen dadurch wichtige Einheiten auf dem Untergrund. Genießen dürfte Hauch die Woche in Russland trotzdem. Es geht wieder los – und es soll begeisternd werden. (ben)   


Foto: Luc Percival. Ergebnisse zur neuen Saison stehen wie gewohnt im
Rennkalender des IPC