Auf der Welle

Eine starke Finalrunde beschert Andrea Eskau bei der Ski-Nordisch-WM Edelmetall im langen Langlauf. Martin Fleig überrascht sich selbst.

 

Am Ende holte Andrea Eskau alles aus sich heraus. 3,6 Sekunden lag die 45-jährige Elsdorferin vom USC Magdeburg im Langlauf über die lange Distanz (12 km) bei den Frauen sitzend vor der letzten Runde hinter der Drittplatzierten Liudmila Vauchok aus Weißrussland zurück, doch im Ziel konnte die Deutsche nach kurzem Bangen jubeln. Der winzige Vorsprung von 1,9 Sekunden bescherte ihr Bronze. Eskaus Zeit: exakt 37:00.0 Minuten. Gold ging an die erneut überragende Oksana Masters aus den USA (36:01.0 Minuten), Silber an Birgit Skarstein aus Norwegen (36:51.7 Minuten).

„Als ich mitbekommen habe, wie knapp es ist, habe ich noch einmal alles reingelegt“, berichtete Eskau, für die es nach Bronze im Biathlon über die mittlere Distanz und Silber im Langlauf-Sprint die dritte Medaille bei der Ski-Nordisch-WM der Sportler mit Behinderung 2017 war. „Heute haben wir wieder gesehen, was für eine Kämpferin Andrea ist“, lobte der deutsche Bundestrainer Ralf Rombach. Die 25-jährige Anja Wicker vom MTV Stuttgart hatte mit den weichen Schneeverhältnissen zu kämpfen und wurde in 40:22.0 Minuten Siebte.

Wenige Minuten vor Eskau hatte bereits Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg) für Jubel im deutschen Team gesorgt. Der 27-jährige Gundelfinger lief über die 15 Kilometer von Beginn an ein couragiertes Rennen, war sofort auf Bronze-Kurs und ließ sich die Medaille nicht mehr nehmen. In 41:05.4 Minuten blieb er 31 Sekunden vor dem Vierten Andrew Soule aus den USA. Gold ging an Maksym Yarovyi (Ukraine, 40:32.4 Minuten), Silber an Eui Hyun Sin aus Südkorea (40:56.7 Minuten).

Für Fleig war es nach zweimal Gold die dritte Medaille dieser WM und die erste überhaupt im Langlauf bei einem Großereignis. Entsprechend überrascht zeigte sich der Schwarzwälder. „Das ist brutal krass. Mit so etwas hätte ich nicht gerechnet“, gab er zu. Dem Bundestrainer zauberte er mit seinem Erfolg ein Lächeln aufs Gesicht. „Martin reitet die Welle zurzeit bis zum Strand“, sagte Rombach über den derzeit erfolgreichsten Athleten seiner Mannschaft. Die nächste Chance auf Edelmetall hat das Nordic Paraski Team Deutschland am Samstag im Biathlon-Sprint. (ben)

Foto: Ralf Kuckuck, DBS-Akademie. Alle Informationen zur WM gibt es auf www.finsterau2017.com