Auf neuen Wegen

Am ersten Tag der Weltcup-Finalwoche in Vuokatti fährt Anja Wicker aufs Treppchen. Martin Fleig muss einem starken russischen Trio den Vortritt lassen.  

  

Die Strecke in Vuokatti gehörte nie zu Anja Wickers Lieblingen. Doch das finnische Organisationskomitee hat den Verlauf vor dem Weltcup modifiziert. „Anspruchsvoll, aber attraktiv“, lautet das Urteil der 24-jährigen Stuttgarterin über die neue Strecke. „Sie ist sehr schön zum Laufen.“ Dass sie ihr auch besser entgegenzukommen scheint, zeigte der Biathlon-Sprint. Trotz eines Schießfehlers wurde Wicker Dritte.

Nach sechs Kilometern musste sie sich nur der designierten Gewinnerin des Gesamtweltcups Irina Guliaeva und deren russischer Teamkameradin Nadezhda Fedorova geschlagen geben. „Es war ein hartes Rennen und der eine Schießfehler hätte nicht sein müssen“, sagte Wicker, die sich mit dem Sprung aufs Treppchen für ihren Einsatz belohnte. „In der letzten Runde habe ich noch einmal alles gegeben.“

Knapp das Podest verpasst hat dagegen Martin Fleig. Der Freiburger kam bei den Männern sitzend nach 7,5 Kilometern hinter dem russischen Trio Grigory Murygin, Ivan Golubkov und Roman Petushkov ins Ziel. Murygin, der sich im Rennen sogar einen Schießfehler leisten konnte und trotzdem ganz vorne war, ist der Sieg im Gesamtweltcup damit nur noch theoretisch zu nehmen.

„In der Loipe hätte es heute perfekt laufen müssen, damit es für Martin nach vorne gereicht hätte“, sagte der Bundestrainer Ralf Rombach. „Das war leider nicht der Fall.“ Fleig selbst war vor allem mit seiner Schießleistung zufrieden. „Die russischen Jungs waren heute einfach nicht zu schlagen.“ Max Hauch lief mit ebenfalls null Fehlern auf Rang acht.

Bei den Frauen mit Sehbehinderung siegte die Ukrainerin Oksana Shyshkova, die deutschen Starterinnen Vivian Hösch (mit Florian Schillinger) und Clara Klug (mit Martin Härtl) liefen auf die Plätze vier und fünf. „Das Rennen hat viel Konzentration gefordert“, berichtete Hösch, die am Mittwoch über die Langdistanz läuferisch noch eine Schippe drauflegen möchte. Klug zeigte nach dem für sie weniger optimal verlaufenen Heimweltcup von Finsterau einen klaren Aufwärtstrend. „In den Anstiegen fehlt mir noch die Kraft, aber in den Abfahrten läuft es schon wieder gut“, sagte sie.

Auch Nico Messinger präsentierte sich nach überstandener Erkältung läuferisch verbessert, am Schießstand haperte es jedoch. Drei Schießfehler warfen ihn und seinen Guide Lutz Klausmann auf Platz zehn zurück. Sogar fünf Fehler unterliefen dem Youngster Marco Maier bei den Männern stehend. Doch das Hauptrennen des 16-Jährigen folgt sowieso erst am Donnerstag im Klassik-Sprint. Am Mittwoch erhält der Allgäuer daher eine Pause. (ben)

 

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