Auftaktsieg für Andrea Eskau

Die 46-jährige Elsdorferin gewinnt bei der Saison-Premiere in Canmore (Kanada) den Para-Skilanglauf-Sprint im klassischen Stil.      

 

Andrea Eskau vom USC Magdeburg hat der deutschen Nationalmannschaft der Para Skilangläufer und Biathleten im ersten Weltcup-Rennen der Saison den ersten Sieg beschert. Die 46-jährige Sitzskiathletin aus dem rheinischen Elsdorf gewann im kanadischen Canmore am Samstagnachmittag (Ortszeit) den Langlauf-Sprint. Im Finale verwies sie Marta Zainullina aus Russland und die Norwegerin Birgit Skarstein auf die weiteren Plätze. Die Top-Favoritin Oksana Masters (USA) wurde wegen eines Frühstarts disqualifiziert.

„Das kommt etwas überraschend, ist aber ein toller Auftakt“, sagte die strahlende Gewinnerin und zauberte auch dem Bundestrainer Ralf Rombach ein Lächeln auf die Lippen. „Es war ein starker Wettkampf von Andrea. Sie hat sich von Rennen zu Rennen gesteigert und im Finale die beste Leistung gebracht.“

Rombachs restliche Athleten verfehlten das Rennen um die Medaillen teilweise unglücklich. Anja Wicker (MTV Stuttgart) stieg geschwächt von Reisestrapazen in ihren neuen Schlitten und landete im Prolog auf Rang 14, Nico Messinger vom Ring der Körperbehinderten Freiburg verpasste in der Konkurrenz der Sehbehinderten mit seinem Guide Lutz Klausmann als Zwölfter den Halbfinal-Einzug nur um drei Sekunden. „Es hat sich ganz gut angefühlt, war aber wohl einfach zu langsam“, sagte er.

Vivian Hösch stürzt im Halbfinale

Bei den Frauen mit Sehbehinderung kamen Clara Klug (PSV München, mit Guide Martin Härtl) und Vivian Hösch (Ring der Körperbehinderten Freiburg, mit Guide Florian Schillinger) im Halbfinale auf die Plätze drei und vier. Hösch, nach dem Prolog noch Gesamtvierte, hatte dabei Pech bei einem Sturz. Der Weltcup-Debütant Alexander Ehler (SV Kirchzarten) holte in der stehenden Konkurrenz Platz neun, im Prolog war er Sechstschnellster gewesen. „Ihm fehlt noch etwas die Wettkampf-Erfahrung, aber das war trotzdem ein sehr zufriedenstellendes Debüt von ihm“, sagte Rombach über den 48-jährigen Emmendinger.

Alle Auftritte und Ergebnisse berücksichtigt, sprach der Bundestrainer von einem „ordentlichen Start in die Saison“ – vor allem angesichts einer „enorm gestiegenen Leistungsdichte“ durch die Rückkehr der russischen Athleten ins Renngeschehen.

Das Internationale Paralympische Komitee hat den im Zuge der Doping-Enthüllungen des McLaren-Reports seit August 2016 gesperrten Sportlern Russlands erlaubt, in diesem Winter unter neutraler Flagge im Weltcup zu starten. Ob sie auch bei den Paralympischen Spielen im März in Pyeongchang dabei sein dürfen, ist noch offen. Bei der Saison-Premiere gingen vier von sechs Siegen an russische Sportler, nur Andrea Eskau und der Franzose Benjamin Daviet bei den Sehbehinderten hielten erfolgreich dagegen.

Am Sonntag geht es in Canmore mit dem Langlauf über die mittlere Distanz weiter. Dann gehen auch der Biathlon-Gesamtweltcupsieger und Doppelweltmeister von 2017, Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg), und Steffen Lehmker (WSV Clausthal-Zellerfeld) auf die Strecke. Sie hatten am Samstag noch ausgesetzt. (ben)

Alle Termine und Resultate vom Weltcup gibt es auf www.paralympic.org/nordic-skiing/calendar-results