Das Finale ruft

Im finnischen Vuokatti stehen von Dienstag an die letzten fünf Rennen der Weltcup-Saison auf dem Programm. Sieben Deutsche Athleten sind am Start.

 

Keine zwei Wochen ist es her, da kämpften die weltweit besten Langläufer und Biathleten mit Behinderung noch um Siege und Podestplätze beim Weltcup in Finsterau. Nach der Rückkehr aus dem Bayerischen Wald blieb wenig Zeit zur Entspannung. An diesem Samstag flog die deutsche Mannschaft ins finnische Vuokatti, wo am kommenden Dienstag das Weltcup-Finale beginnt.

In Vuokatti traf die deutsche Delegation um den Bundestrainer Ralf Rombach und die Athleten Anja Wicker, Clara Klug, Marco Maier, Martin Fleig, Max Hauch, Nico Messinger und Vivian Hösch auf Michael Huhn, den Bundestrainer Nachwuchs, und den Techniker Hermann „Hembi“ Frey, die bereits seit Donnerstag auf dem Weg gen Norden gewesen waren – rund 3000 Kilometer mit dem Materialwagen.

Zu Beginn der Weltcup-Woche gibt es am Dienstag und Mittwoch zwei Biathlon-Rennen, bei denen einer besonders motiviert sein dürfte: Martin Fleig liegt im Gesamtweltcup nur 25 Punkte hinter dem derzeit Führenden Grigory Murygin. „Ein Weltklassemann. Wenn er in Form ist, ist er schwer zu schlagen“, sagt der Bundestrainer Ralf Rombach über den Russen. Jedoch: im Training zog das deutsche Team alle Register, um Fleig optimal auf den Kampf um die Spitze vorzubereiten. Der 26-jährige selbst geht gelassen in den Endspurt: „Ich möchte mich einfach nur möglichst gut halten.“

Mit der erfolgreichen Verteidigung ihres Titels im Gesamtweltcup aus dem vergangenen Jahr dürfte es bei Anja Wicker sehr wahrscheinlich nichts werden. Der Abstand auf Irina Guliaeva ist bereits zu groß und die Strecke in Finnland liegt der Stuttgarterin nicht besonders. Genießen will sie die letzten Rennen dennoch. „Ich hoffe, ich bin noch in guter Form und kann das auch zeigen“, sagte sie unmittelbar vor dem Abflug.

Wie Wicker derzeitige Dritte im Gesamtweltcup ist Vivian Hösch, die nach Finsterau zwar leicht angeschlagen war und einen Gang zurückschalten musste, sich jetzt aber ungemein freut auf Finnland. „Die letzten Einheiten haben sich gut angefühlt“, sagt sie. Neben ihr startet bei den Sehbehinderten auch wieder Clara Klug, die vor allem beim Langlauf-Sprint im klassischen Stil ein Wörtchen mitreden möchte.

Während Hösch und Klug ihre gewohnten Guides Florian Schillinger und Martin Härtl dabei haben, startet Nico Messinger mit dem 23-jährigen Lutz Klausmann vom SV St. Georgen. Gemeinsam hatten die beiden in dieser Saison schon häufiger trainiert, nachdem Messingers eigentlicher Begleitläufer Philip Burchartz verletzungsbedingt ausgefallen war.

„Das passt sehr gut“, sagt Messinger über die Zusammenarbeit mit dem Freiburger VWL-Studenten. Was für den 21-Jährigen in Vuokatti drin ist, muss sich dennoch weisen. Messinger hatte nach Finsterau mit einer Erkältung zu kämpfen gehabt. „Im Biathlon kann er vielleicht über ein gutes Schießergebnis etwas erreichen“, sagt Bundestrainer Rombach.

Für Max Hauch und Marco Maier gilt es derweil, ihre aufstrebende Form zu bestätigen. Hauch hat mit dem Erreichen der B-Kader-Norm in Finsterau sein Saisonziel schon erreicht, der 16-jährige Allgäuer Maier die C-Kader-Norm nur knapp verpasst. Wie Clara Klug richtet der zuletzt von leichten Knieproblemen geplagte Maier den Blick auf den Klassik-Sprint. „Da stehen meine Chancen auf eine ordentliche Platzierung nicht schlecht“, sagt er.

Andrea Eskau und Steffen Lehmker haben die Reise nach Vuokatti derweil nicht mit angetreten. Eskau konzentriert sich nach Finsterau wieder auf die Handbike-Vorbereitungen für Rio de Janeiro, Lehmker musste aus gesundheitlichen Gründen passen. (ben)

 

Der Fahrplan für die finnische Woche:

Di., 15. März, 10 Uhr: Biathlon-Sprint (6 km/7,5 km) mit Strafrunde

Mi., 16. März, 10 Uhr: Biathlon Langdistanz (12,5 km/15 km) mit Strafminute

Do., 17. März, 10 Uhr: Langlauf-Sprint im klassischen Stil (0,8 km/1,2 km)

Sa., 19. März, 8.45 Uhr: Langlauf-Marathon im klassischen Stil (20 km/30 km)

So., 20. März, 10 Uhr: Langlauf Mitteldistanz im freien Stil (5 km/7,5 km)