Der nächste Ausfall im deutschen Team

Zum Abschluss des Weltcups von Oberried meldet sich auch die Münchnerin Clara Klug krank. Der Bundestrainer will nun im Trainingslager Aufbauarbeit leisten.

 

Vier Ausfälle wegen Magen-Darm-Infektionen hatte das Nordic Paraski Team Deutschland im Verlauf der Weltcup-Tage im Schwarzwald schon hinnehmen müssen, in der Nacht vor dem letzten Wettkampf im Biathlon über die mittlere Distanz erwischte es auch noch Clara Klug (PSV München). Die 23-Jährige, mit einem dritten und einem zweiten Rang erfolgreichste Athletin der Gastgeber-Nation beim Heimspiel, konnte über die zehn Kilometer nicht antreten.

In ihrer Abwesenheit fuhr die Weltcup-Führende Mikhalina Lysova einen ungefährdeten Erfolg ein. Die vierfache Paralympicssiegerin, die in Oberried infolge der Doping-Enthüllungen des McLaren-Reports wie alle russischen Athleten nur unter neutraler Flagge starten darf, schoss schnell und sicher, vermied den Gang in die Strafrunde und verwies Oksana Shyshkova und Natalia Rubanovska (beide aus der Ukraine) mit deutlichem Abstand auf die weiteren Plätze.

Die einzige deutsche Vertreterin, Vivian Hösch aus Freiburg (mit ihrem Guide Florian Schillinger vom SV Baiersbronn), landete mit einem Schießfehler wie schon über die lange Distanz am Samstag auf dem fünften Platz. „Der eine Fehler hat besonders gewurmt, aber es lief insgesamt etwas unrund am Schießstand. Ansonsten war das Rennen in Ordnung“, sagte sie.

 Fleig macht einen Schritt nach vorne

Je einen Patzer leisteten sich auch die beiden Sitzski-Athleten Anja Wicker (MTV Stuttgart) und Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg). Dem 28-jährigen Lokalmatador unterlief beim letzten Schießen ein unglücklicher Repetierfehler. „Das hätte nicht sein müssen.“ Am Ende landete er auf Rang fünf. Tagesbester war Taras Rad (Ukraine) vor Eui Hyun Sin (Südkorea) und Aleksandr Davidovich (Neutral Paralympic Athlet).

Läuferisch aber machte der noch immer von den Folgen seiner Viruserkrankung geschwächte Gundelfinger einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. „Ich habe noch immer nicht die Form, die ich brauche, aber noch ist Zeit, daran zu arbeiten.“ Seine Teamkameradin Anja Wicker wurde beim Triumph von Oksana Masters (USA) Achte. Als „Optimismus spendend“ habe sie den Weltcup erlebt, weil sie in Oberried nach einem frustrierenden Start in den Winter wieder näher an ihre Belastungsgrenze gehen konnte.

Die beiden deutschen Starter in der stehenden Konkurrenz waren derweil nach den allgemeinen Anstrengungen der Woche platt. „Ich bin einfach nur kaputt“, sagte Alexander Ehler (SV Kirchzarten) nach seinem neunten Platz. Zweimal musste der Emmendinger dabei in die Strafrunde, einmal weniger als Marco Maier (SK Nesselwang), der 16. wurde. Es gewann Vladislav Lekomtsev (NPA, null Fehler).

Eine  „durch und durch schwierige Woche“

Der deutsche Bundestrainer Ralf Rombach sprach nach dem finalen Zieleinlauf von einer „durch und durch schwierigen Woche“ und kündigte im Hinblick auf die Vorbereitungen auf die Paralympischen Spiele an: „Wir schauen nach vorne und bewahren die Ruhe.“ Fünf Wochen bleiben ihm für die Aufbauarbeit, dann hebt der Flieger nach Pyeongchang ab.

Das Team reiste direkt vom Weltcup weiter in ein knapp zweiwöchiges Trainingslager im norditalienischen Livigno. Am Dienstag entscheidet die Nominierungskommission des Deutschen Behindertensportverbands über das Aufgebot für die Spiele, bereits am Montag will das Internationale Paralympische Komitee bekanntgeben, ob und in welchem Rahmen russische Athleten beim Saisonhöhepunkt mitmischen können. 

Für den Veranstalter SC Oberried hatte Rombach ein Lob übrig. „Man kann den Ehrenamtlichen dieses kleinen Vereins nicht genug danken für das, was sie geleistet haben. Ich hoffe, es wird in vier Jahren hier wieder einen Weltcup vor den Paralympischen Spielen geben“, sagte er. (ben)

Alle Termine und Resultate vom Weltcup gibt es auf www.paralympic.org/nordic-skiing/calendar-results.