Der Schrei zum Glück

Andrea Eskau holt am Strand von Rio de Janeiro ihr insgesamt sechstes Gold bei Paralympischen Spielen. Teil V unserer Serie über den Sommer unserer Athleten.

 

Ihr Triumph war wenige Augenblicke alt, da richtete Andrea Eskau ihren Blick bereits nach vorn. „Gestern Silber und heute Gold, das ist perfekt. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich morgen schon wieder an Pyeongchang denke. Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf." Die Frau vom USC Magdeburg, sie weiß für ihre Ziele und Träume zu kämpfen.

Andrea Eskau ist eine Allrounderin. Allein die Tatsache, dass sie die einzige Athletin im deutschen Paralympics-Team ist, die sowohl im Sommer (mit dem Handbike) als auch im Winter (im Langlauf und Biathlon) Gold beim wichtigsten sportlichen Wettkampf des Planeten geholt hat, beweist das. Und ihr jüngster Auftritt in Rio, auf den sie sich seit Monaten eisern vorbereitet hat, hätte kaum besser laufen können.

Nach Silber am Mittwoch im Einzelzeitfahren (knapp hinter ihrer Teamkollegin Dorothee Vieth) wiederholte sie am Donnerstag im Straßenrennen ihre Gold-Fahrten von Peking 2008 und London 2012. In der britischen Hauptstadt hatte sie zudem im Zeitfahren triumphiert. Hinzu kommt das Doppelgold von Sotschi 2014, womit das halbe Dutzend voll ist. Und wie man ihrer Ausgangsaussage entnehmen kann: Sie hat noch nicht genug.

Die nächste Chance, ihre Medaillensammlung bei Paralympics zu erweitern, bietet sich ihr 2018 in Südkorea. Davor steht die Weltmeisterschaft im Ski Nordisch in Finsterau 2017 an. Der erste Biathlon- und Langlauf-Weltcup des Winters im kommenden Dezember in Finnland wird noch ohne sie über die Bühne gehen. Zunächst trainiert sie individuell. Danach aber steigt Eskau in die WM-Vorbereitungen mit dem Nordic Paraski Team ein. (ben)

 

VIDEO: Bewegte Bilder von Andrea Eskaus Gold-Rennen samt Siegesschrei auf der Ziellinie gibt es (leider unkommentiert) auf den Paralympics-Seiten der ARD-Sportschau.

Fotoquelle: Deutsche Paralympische Mannschaft