Deutsche Athleten in Treppchennähe

Anja Wicker wird im Biathlon-Sprint Vierte, Vivian Hösch und Martin Fleig holen fünfte Plätze

 

Die russischen Biathleten haben den Auftakt des IPC-Weltcups im finnischen Vuokatti dominiert. Vier von sechs Rennen des Sprints (6 km/7,5 km) entschieden sie für sich, die beiden anderen gingen nach Frankreich und in die Ukraine. Die deutschen Starter verpassten das Treppchen, errangen aber dennoch respektable Ergebnisse.

Bei den Frauen, sitzend, kam die mit dem Gewehr fehlerfreie Anja Wicker (Stuttgart) mit einer Zeit von 21:34.7 Minuten auf den vierten Platz, Marta Zaynullina gewann das Rennen mit mehr als einer Minute Vorsprung auf ihre russische Teamkollegin Svetlana Konovalova.

„Am Schießstand lief es super. Das war mir beim ersten Rennen sehr wichtig“, sagte Wicker. Lediglich die fehlende Spritzigkeit und die schwierig geschnittene Strecke verhinderten ein besseres Resultat für sie.

Vivian Hösch und Florian Schillinger nach Platz 5

Einen fünften Platz gab es für Vivian Hösch mit ihrem neuen Begleitläufer Florian Schillinger (beide Freiburg). „Es waren drei kraftzehrende Runden in der Loipe, aber die Abstimmung hat sofort sehr gut geklappt“, sagte das Duo.

Die Münchnerin Clara Klug freute sich bei ihrem ersten IPC-Weltcup-Rennen trotz Problemen auf der Strecke über die ersten Punkte für die Gesamtwertung. Klug und ihr Begleitläufer Martin Härtl (Nesselwang) wurden Neunte.

Ebenfalls Fünfter wurde der Gundelfinger Martin Fleig, der hinter einem starken russischen Quartett – angeführt von Aleksandr Davidovich – ins Ziel kam. Der Deutsche kam trotz starker Windböen ohne Schießfehler durch und verpasste mit einer Zeit von 22:21.1 Minuten den zweiten Rang nur um 20 Sekunden.

„Mir ist am Ende etwas die Luft ausgegangen. Trotzdem war das ein sehr guter Einstieg“, sagte er. Denn: der Abstand zu den Besten der Welt schrumpft immer mehr.

Der zweite deutsche Starter bei den Männern, sitzend, Max Hauch aus Wörrstadt, hatte Pech am Schießstand und kam nach drei Fehlern auf Rang 14. „Man hat Max genau wie Clara Klug die mangelnde Wettkampferfahrung angemerkt. Beide waren noch recht verkrampft“, bilanzierte der Bundestrainer Ralf Rombach.

Bei den Männern mit Sehbehinderung kamen der von einem akuten Magen-Darm-Infekt geschwächte Nico Messinger (Freiburg) und sein Guide Philip Burchartz (Lenzkirch) nach ordentlichem Wettkampf als 16. ins Ziel. „Ich bin froh, dass ich überhaupt starten konnte“, sagte Messinger und zog aus seiner Schießleistung Selbstvertrauen.  

Sein Debüt in einem Weltcup-Rennen erlebte der 14-jährige Marco Maier aus Blaichach bei Sonthofen. Der Youngster, der erst am Montag für die Klasse der Einarmer international klassifiziert worden war, belegte zwar den 18. und damit letzten Platz bei den Männern, stehend, sammelte gegen die routinierte Konkurrenz aber wertvolle Erfahrungen. „Es war ein voller Erfolg, dabei sein zu dürfen“, sagte Maier.

Von einem insgesamt „etwas holprigen“ Saisonstart sprach der Bundestrainer Rombach, hatte dafür aber eine nachvollziehbare Erklärung. „Es waren für uns im Gegensatz zu vielen anderen Athleten die ersten Wettkampfkilometer auf Schnee“, sagte er. Bereits am Donnerstag, 11. Dezember, geht es in Vuokatti mit dem Rennen über die Langstrecke im Biathlon weiter. (ben)