Eine Medaille und viel Pech

Bronze für Anja Wicker über die Langdistanz – Schießfehler und Stürze bremsen die anderen deutschen Biathleten 

 

Zum Auftakt am Mittwoch hatte die Stuttgarterin Anja Wicker eine Medaille beim IPC-Weltcup in Vuokatti (Finnland) noch knapp verpasst, am zweiten Tag fuhr sie zu Bronze. Nicht so gut lief es auf der Langdistanz (12,5 km /15 km) für die anderen deutschen Biathleten. Sie vergaben entweder am Schießstand oder in der Loipe bessere Platzierungen.

Weniger als sieben Sekunden fehlten Anja Wicker (45:57.7 Minuten) in der Addition von Lauf- und Schießergebnis (eine Strafminute) auf Silber, das die fehlerlose Russin Nadezhda Fedorova (45:51.0 Minuten) holte. Die Freude über Platz drei überwog aber. „Ich bin sehr zufrieden. Eine verfehlte Scheibe kann ich akzeptieren“, sagte Wicker.

Zwar war der Abstand zur wie bereits am Mittwoch überlegenen russischen Siegerin Marta Zaynullina (41:52.7 Minuten) deutlich. Die Strecke in Vuokatti kommt der 22-jährigen Schwäbin aber eigentlich gar nicht zupass. „Es lief etwas besser als gestern, war aber trotzdem hart. Deswegen freut mich der Podiumsplatz wirklich.“

Zwei Stürze, einer davon mit Skiverlust, warfen dagegen die Freiburgerin Vivian Hösch und ihren Guide Florian Schillinger aus der Bahn. „An Tagen wie diesen sollte man vielleicht einfach im Bett bleiben“, kommentierte das Duo. Dabei lief es am Schießstand gut. Hösch leistete sich nur einen Fehler bei 20 Schuss. Dennoch war der Zeitverlust durch die Stürze zu hoch. Am Ende stand Platz 7 in 51:52.7 Minuten zu Buche.

Clara Klug und Msrtin Härtl auf der Strecke

Knapp 25 Sekunden dahinter kamen Clara Klug (ein Schießfehler) und ihr Begleitläufer Martin Härtl (beide im Bild oben) ins Ziel. „Meine Laufleistung ist konditionell noch ausbaufähig“, befand die Münchnerin. Das sieht der Biathlon-Trainer Thomas Oelsner ähnlich. „Das Schießergebnis war sehr gut, den Anschluss an die Weltspitze muss sie in der Loipe schaffen“, sagte er.  

Einen rabenschwarzen Tag am Schießstand erwischte derweil Martin Fleig. Einen Tag nach seinem starken fünften Platz unterliefen ihm allein bei der zweiten Einlage mit dem Gewehr vier Fehler. Etwas ungläubig starrte der 25-Jährige auf die Scheiben, biss sich aber dennoch durch. „Aufgeben kommt in meinem Wortschatz nicht vor“, erklärte er hinterher.

Die sieben Strafminuten durch sieben Schießfehler warfen den Gundelfinger aber letztlich bis auf Rang 9 zurück, einen Platz vor Max Hauch (Bad Kreuznach), der insgesamt viermal danebenschoss, in dessen Auftritt Oelsner aber einen Aufwärtstrend erkannte. „Platz zehn entspricht seinem derzeitigen Leistungsvermögen.“

Nico Messinger präsentierte sich an seinem 20. Geburtstag nach überstandener Krankheit auf der Strecke verbessert. Auch er sammelte aber am Schießstand vier Fehler, bei jeder Einlage einen. Für den Freiburger und seinen Guide Philip Burchartz bedeutete das Platz 16 in 48:55.2 Minuten. „Es bleibt ein zwiegespaltener Eindruck“, sagte das Geburtstagskind.

Ähnlich fällt auch die Bilanz der Verantwortlichen für das gesamte Team aus. „Anja hat sich für ihre konstante und konzentrierte Arbeit belohnt“, lobte Thomas Oelsner, der sich nach sehr guten Trainingsleistungen aber auch von anderen etwas mehr erhofft hatte.

Gelegenheit, die Schwächen zu analysieren, hat das deutsche Nordic Paraski Team am wettkampffreien Freitag. Weiter geht es am Samstag um 10 Uhr, dann ohne Gewehr. Auf dem Programm steht der Langlauf über die mittlere Distanz (5 km/10 km). Alle Ergebnisse des Weltcups gibt es auf den Seiten des Internationalen Paralympischen Komitees. (ben)