Deutsches Team hofft auf WM-Medaillen

Acht Langläufer und Biathleten starten bei der Ski-Nordisch-Weltmeisterschaft des Internationalen Paralympischen Komitees vom 23. Januar bis 1. Februar in Cable (USA) 

 

Gestern war die Anreise, nun rückt der Saisonhöhepunkt immer näher. Zwei Tage noch, dann beginnt die Weltmeisterschaft in Cable im US-Bundesstaat Wisconsin mit einer Eröffnungsfeier. Tags drauf, am Samstag, 24. Januar, starten dann unter anderem acht deutsche Athleten in die Loipe und die Jagd nach Medaillen.

Die größten Chancen auf Edelmetall darf sich Andrea Eskau (USC Magdeburg) ausrechnen. Die 43-jährige Paralympics-Siegerin über die Kurzdistanz im Biathlon von Sotschi 2014, die in Bergheim bei Köln lebt, zählt sowohl im Biathlon als auch im Langlauf zum erweiterten Favoritenkreis.

„Sie hat ihr technisches Niveau nochmals gesteigert“, sagt der Bundestrainer Ralf Rombach über Eskau, die zuletzt auf einen Weltcup-Start im finnischen Vuokatti verzichtete und sich individuell auf die WM vorbereitete. Eskau selbst blickt den Wettkämpfen „optimistisch und entspannt“ entgegen.

Teamintern hat sie in Anja Wicker (MTV Stuttgart) eine beachtenswerte Konkurrentin, spätestens seit deren überraschenden Gold- und Silber-Erfolgen in Sotschi. Wicker reist mit der Empfehlung zweier Podestplätze beim bislang einzigen Weltcup der Saison nach Cable.

„Ich freue mich wahnsinnig auf die WM und will soweit es geht vorne mitlaufen“, sagt die 23-jährige Schwäbin, die jüngst vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) in das Elitenförderprogramm „Top Team“ mit Hinblick auf die Paralympischen Spiele von Pyeongchang 2018 berufen wurde.

Bei den Männern tankte zuletzt der Gundelfinger Martin Fleig vom Ring der Körperbehinderten Freiburg reichlich Selbstvertrauen. In Vuokatti schlug Fleig im Sprint über die 7,5 Kilometer den starken russischen Läufern ein Schnippchen und holte seine erste Weltcup-Medaille. „Daran will ich anknüpfen“, sagt der 25-Jährige, der In Livigno an den letzten Feinheiten seiner Laufform feilte.

Der Bundestrainer Rombach glaubt an weitere positive Resultate des Breisgauers. „Martin kommt immer besser in Fahrt. Er hat enorm fleißig und zielorientiert trainiert“, sagt der Kirchzartener. „Er könnte den Russen durchaus einmal in die Suppe spucken.“

Die Top fünf „mit Tendenz nach vorne“ peilen derweil Vivian Hösch (Ring der Körperbehinderten Freiburg) und ihr Begleitläufer Florian Schillinger (SV Baiersbronn) an. Ihr Fokus liegt vor allem auf den Sprintwettkämpfen. Dort will auch Clara Klug (PSV München) bestätigen, dass sie zurecht seit dieser Saison zur deutschen Nationalmannschaft gehört.

Eine Medaille von Klug zu erwarten wäre vermessen, der Bundestrainer registrierte in Livigno aber „eine enorme Steigerung vor allem in der klassischen Technik“ und traut der 20-Jährigen im Langlauf-Sprint eine Überraschung zu. „Ich möchte alles geben und viel lernen“, sagt Klug selbst, die mit ihrem Guide Martin Härtl (SK Nesselwang) antritt.

Tino Uhlig (SV Mitteltal-Obertal), Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg) und Max Hauch (SFD Bad Kreuznach) komplettieren das Aufgebot des deutschen Teams. Routinier Uhlig konzentriert sich auf die Staffel und das 10-Kilometer-Klassisch-Rennen, Messinger und sein Guide Philip Burchartz (SCLangenordnach) wollen die Top 10 angreifen, für Debütant Hauch aus Wörrstadt bei Alzey geht es in erster Linie um das Sammeln weiterer Erfahrungen. (ben) 

Alle Daten zur WM stehen auf den offiziellen Seiten des IPC

 

Rennen in Cable:

 

Samstag, 24. Januar: Biathlon Sprint (Frauen 6 km/Männer 7,5 km)

 

Sonntag, 25. Januar: Langlauf Langstrecke im freien Stil (Sitzend: Frauen 12,5 km/Männer 15 km, Sehbehindert: Frauen 15 km/Männer 20 km)

 

Dienstag, 27. Januar: Biathlon mittlere Distanz (Frauen 10 km/Männer 12,5 km)

 

Mittwoch, 28. Januar: Langlauf Sprint im klassischen Stil (Sitzend: 0,8 km/Sehbehindert 1,2 km)

 

Freitag, 30. Januar: Biathlon „Individual Distance“ (12,5 km/15 km)

 

Samstag, 31. Januar: Langlauf Staffel (4x2,5 km)

 

Sonntag, 1. Februar: Langlauf mittlere Distanz im klassischen Stil (Frauen 5 km/Männer 10 km)