Die große russische Dominanz

Der Gastgeber der ersten Weltcup-Woche des Winters zeigt bei der Saisonpremiere seine Stärke. Clara Klug wird beste Deutsche.

 

Sechs Starts, sechs Siege, 17 (!) Treppchenplätze. Die russischen Langläufer haben beim ersten Weltcup-Rennen der neuen Saison die Konkurrenzen fast nach Belieben dominiert. Vor heimischem Publikum in Tyumen (Westsibirien) waren die Gastgeber nicht zu schlagen. Aus deutscher Sicht ist vor allem das Resultat von Clara Klug hervorzuheben.

Die Münchnerin und ihr Guide Martin Härtl (Foto rechts) kamen über die 7,5 Kilometer in 27:22,3 Minuten auf den fünften Platz. Dabei wäre sogar noch ein besseres Ergebnis möglich gewesen, wäre Klug nicht in einer Abfahrt gestürzt. „Danach tat ich mich schwer, wieder reinzukommen“, sagt sie. Den Sieg holte sich Elena Remizova.  

Zwei Plätze hinter Klug landete Vivian Hösch (mit Florian Schillinger) – ein zufriedenstellendes Resultat „Ich habe alles gegeben“, sagte die 24-jährige Freiburgerin, die nach einer Zwangspause im Herbst noch nicht bei 100 Prozent ist. Ihre Zeit: 27:45,1 Minuten

Nico Messinger kam bei den Männern mit Sehbehinderung über die zehn Kilometer in 33:27,8 Minuten auf Rang zehn. An seiner Seite lief der Nachwuchs-Bundestrainer Michael Huhn – Messingers eigentlicher Guide Philip Burchartz fällt mit einem Bruch des Handgelenks aus. Den Sieg holte sich Stanislav Chokhlaev.

Für die Stuttgarterin Anja Wicker endete der Saisonauftakt mit einem 7. Rang über die 2,5 Kilometer in 7:56,4 Minuten. „Das ist okay. Ich habe nicht mehr und nicht weniger erwartet“, sagte sie. Der Sieg ging an Maria Iovleva. Für Aufregung sorgte bei den Sitzskiathleten die Streckenführung. Fast alle Langläufer hatten auf einer schnellen Abfahrt mit Kurve und an einem schweren Anstieg große Probleme – und taten das gegenüber dem Organisationskomitee auch kund. 

Dessen Reaktion: eine Entschärfung schon beim heutigen Rennen über die langen Distanzen. „Das ist die einzig richtige Entscheidung“, sagte Martin Fleig, der beim Sieg von Ivan Golubkov über die fünf Kilometer nach kleineren technischen Schwierigkeiten Achter wurde (14:34,4 Minuten). Fleig verglich den Anstieg mit dem berüchtigten Mörderbakken im schwedischen Fallun.

Sein Mannschaftskamerad Max Hauch lief in 15:37,5 Minuten auf den elften Rang und bekommt heute, wie Wicker und Fleig, eine neue Chance auf veränderter Strecke. Der Bundestrainer Ralf Rombach sagte über die Auftaktleistungen: „Es ist wie in den vergangenen Jahren : beim ersten Weltcup tun wir uns schwer.“ Grund: der Schnee-Trainingsvorsprung von Skandinaviern und Russen. Letztere haben den eindrucksvoll untermauert. (ben)   

 

Foto: Martin Haag. Ergebnisse zur neuen Saison stehen wie gewohnt im Rennkalender des IPC