Die Sonne im Nacken

Wie unsere Wintersportler ihren Sommer verbringen? Fleißig trainierend natürlich. Zum Auftakt einer Artikelserie über die Aktivitäten der deutschen Teammitglieder: Anja Wicker.

 

Der Blick gen Himmel, das war zu Beginn der vermeintlich heißen Jahreszeit eine eher frustrierende Angelegenheit. Oder anders formuliert: eine recht nasse. Doch die Tage, in denen Anja Wicker nur im Olympiastützpunkt Stuttgart trainieren konnte, sind weniger geworden.

Ein Glück: den die 24-Jährige verfügt nur wenige Minuten von ihrem Heim entfernt auf den Feldern vor den Toren der lauten und verkehrsbelasteten baden-württembergischen Landeshauptstadt über eine herrliche Trainingsstrecke. Dort ist sie allein mit sich, allein mit ihren Skirollern oder ihrem Handbike, allein mit der Natur. Sie liebt das, sie braucht das.  „Ich bin nicht zur Hallensportlerin geboren“, sagt sie.

Die Besuche im Stuttgarter OSP hatten dennoch etwas für sich. „Es macht Spaß, mit anderen Sportlern zu quatschen und sich eventuell etwas von ihnen abzuschauen.“ Und der Motivation hat es auch nicht geschadet: Wicker traf auf viele Sportler im olympischen und paralympischen Fieber. Die Kugelstoßer Lena Urbaniak und Niko Kappel zum Beispiel, oder die Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch. Oder der Hürdensprinter Gregor Traber. Sie alle werden in Rio de Janeiro dabei sein. Und ihre Vorfreude färbt ab.

Auch Anja Wicker ist voller Vorfreude. Auf die Weltmeisterschaft kommendes Jahr im eigenen Land (10. bis 19. Februar in Finsterau) und auf die Paralympics in Südkorea gut zwölf Monate später (9. bis 18. März 2018). „Daran denke ich jeden Tag, in jedem Training“, sagt sie. „Viel Ausdauer, viel Kraft“, so beschreibt sie die vergangenen Wochen.

Abwechslung tut da gut, wie am vergangenen Wochenende. Da war sie auf Einladung der Sportregion Stuttgart zum Bundesliga-Lunch bei den American-Footballern der Stuttgart Scorpions – und erlebte ein hoch interessantes Spiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns. (ben)