Die Sonne sorgt für Chaos

Bei den Athleten mit Sehbehinderung fallen reihenweise Gewehre aus. Clara Klug lässt sich davon nicht beeindrucken und wird Zweite. Martin Fleig startet erstmals bei diesem Weltcup.        

 

Die hellen Strahlen der Sonne haben am Donnerstag beim Sprint-Rennen im Biathlon (6/7,5 km) im Western Center jede Menge Verwirrung gestiftet. „Fast alle Blindenwaffen sind ausgefallen“, berichtet Clara Klug, die nach der Ankunft am Schießstand mit ihrem Guide Martin Härtl erst einmal ungewohnten Rennaktivitäten nachgehen musste: Schlange stehen.

Aus dem Konzept gebracht hat das die 22-jährige Münchnerin offensichtlich nicht. „Ich habe mir gesagt: Du hast das geübt.“ Tatsächlich blieb Klug cool – und stand am Ende mit fehlerfreier Schießleistung hinter Olga Prylutska auf dem zweiten Platz. Das war insofern bemerkenswert, als dass der Deutschen noch am Start schwere Hustenanfälle zu schaffen gemacht hatten. „Ich habe gemerkt, dass es trotzdem geht, mich zusammengenommen und bin gerannt.“

Den Husten hat sie nicht exklusiv. Er geht rum im Team. Vivian Hösch musste am Donnerstag passen und wird auch am Freitag nicht an den Start gehen. Nico Messinger (mit Begleitläufer Christian Winker) fühlte sich in seinem Rennen noch immer von den Nachwehen seiner Erkrankung geschwächt. Er wurde Neunter. Und auch Martin Fleig musste bei der Rückkehr ins Team seiner langen Pause Tribut zollen. „Ich hatte es mir anders vorgestellt“, sagte er nach Platz vier und drei verpassten Scheiben. „Ich bin zu schnell angegangen und habe am Schießstand dafür gezahlt.“

Die Seriensiegerin der vergangenen Tage, Andrea Eskau, hatte ebenfalls Pech am Schießstand – und auch bei ihr spielte die Sonne eine entscheidende Rolle. Beim Anschießen noch unauffindbar, tauchte sie zum Rennen aus dem Nebel auf. „Sie hat mir praktisch voll in den Diopter geschienen. Das hat mir das Schießen ungemein erschwert“, sagt Eskau, die mit vier Fehlern Dritte wurde.

Damit war sie einen Platz schlechter als ihre Teamkollegin Anja Wicker, die sich ihrerseits zwei Fehler erlaubte. „Ich habe mich heute sehr müde gefühlt und das Gewehr war plötzlich tonnenschwer“, berichtet die Stuttgarterin. „Angesichts dessen war das Rennen noch recht okay.“ Den Sieg schnappte sich die Weißrussin Lidziya Hrafeyeva, die zweimal null schoss. (ben)

 

Foto: NPC Ukraine. Die Ergebnisse vom Tag und die weiteren Termine gibt es im Kalender des IPC.