Drei Fahrkarten und eine Kugel

Ein dritter Rang im Biathlon über die Langdistanz reicht Anja Wicker zum Gewinn des Gesamtweltcups. Martin Fleig siegt über 12,5 Kilometer und kommt seinem Ziel einen weiteren Schritt näher.

 

„Mein bestes Rennen war das nicht gerade“, sagte Anja Wicker klipp und klar. Drei Schießfehler im Biathlon über die lange Distanz von zehn Kilometern nahmen ihr jede Siegchance. Gold ging stattdessen an Oksana Masters (USA, 34:45.4 Minuten, drei Schießfehler), Silber holte Andrea Eskau (35:29.3 Minuten), trotz ebenfalls dreier Schießfehler und einer heftigen Kollision mit der Japanerin Nonno Nitta in der ersten Runde. „Der Zusammenprall hat mich etwas aus dem Konzept gebracht. Läuferisch war es trotzdem ein gutes Rennen“, sagte die Elsdorferin, die am Dienstag ihren 46. Geburtstag feierte.

Anja Wicker genügte der dritte Rang in 36:41.8 Minuten trotzdem, um nun in der Gesamtwertung bei den Frauen sitzend auch rechnerisch jeden Zweifel auszuräumen. Die Stuttgarterin hat die Kristallkugel gewonnen, zum zweiten Mal nach 2015. Und am Mittwoch winkt dem deutschen Team noch eine zweite. Martin Fleig gewann bei den Männern über 12,5 Kilometer in 39:10.5 Minuten vor seinem schärfsten Konkurrenten im Gesamtweltcup, Taras Rad aus der Ukraine (39:50.6 Minuten).

Dabei konnte sich der Gundelfinger sogar einen Schießfehler mehr erlauben als Rad, der eine Extrarunde drehen musste. „Die Bedingungen am Schießstand waren wegen einiger Windböen schwierig“, berichtete Fleig, der dafür auf der Strecke alles reinhaute. „Ich konnte mich richtig belasten, auch wenn mein Körper mich in der letzten Runde praktisch angebrüllt hat, dass ich damit aufhören soll“, scherzte er. Vor dem finalen Sprint am Mittwoch hat der 27-Jährige im Gesamtweltcup 70 Punkte Vorsprung auf Rad.

Gute Nerven am Schießstand bewies Clara Klug (mit Guide Florian Grimm) in ihrem Rennen über zehn Kilometer bei den Frauen mit Sehbehinderung. Zwar ging gleich der erste Schuss daneben, die restlichen 19 aber saßen. „Die Strafrunde war megaschlecht zu laufen. Nach meinem ersten Besuch dort wusste ich: Da will ich nicht mehr rein“, sagte die 22-Jährige und vermied im Gegensatz zur Konkurrenz weitere Schlenker.

Während Olga Prylutska auf elf und Natalia Rubanovska sogar auf 13 Fehler kamen, lief Klug hinter der souveränen Ukrainerin Oksana Shyshkova (ein Fehler) einem ungefährdeten zweiten Platz entgegen. „Ich konnte mein Ding schön durchziehen“, sagte die Münchnerin. Am Ende kam sie auf eine Zeit von 32:55.8 Minuten, Shyshkova gewann in 31:31.7 Minuten. (ben)

Ergebnisse der Frauen

Ergebnisse der Männer

Stand des Gesamtweltcups