Dritter Platz im Medaillenspiegel

Die deutschen Staffeln gehen zum Abschluss der Ski-Nordisch-WM leer aus. Das ändert aber nichts an einer beachtlichen Gesamtbilanz.

 

Den Super Bowl XLIX haben sie noch gemeinsam mit ihren US-amerikanischen Gastgebern auf einer stilechten Party in Cable (Wisconsin) verfolgt, am Montagmorgen Ortszeit treten die deutschen Biathleten und Langläufer ihre Heimreise an – nach einer WM, die in mehrerer Hinsicht die Hoffnungen übertroffen hat.

Mit sechs Medaillen im Gepäck, drei goldenen und drei bronzenen, kehrt das Nordic Paraski Team Deutschland nach Hause zurück. „Das war nicht wirklich zu erwarten gewesen“, sagt der Bundestrainer Ralf Rombach. Im Medaillenspiegel kommen seine Schützlinge auf Platz drei, hinter dem überragenden Team aus Russland (24x Gold, 16x Silber sowie 15x Bronze) und der Ukraine (9x Gold, 11x Silber, 10x Bronze)

Zu verdanken hat die deutsche Mannschaft diese Bilanz vor allem Andrea Eskau (USC Magdeburg). „Sie war die überragende Athletin“, sagt Rombach über die 43-jährige Bergheimerin, die bei den Frauen sitzend alle drei Einzelentscheidungen im Langlauf für sich entschied und im Biathlon-Sprint Bronze holte.

Ihre teaminterne Konkurrentin, Anja Wicker (MTV Stuttgart), bei den Paralympischen Spielen von Sotschi 2014 noch Gold- und Silbermedaillengewinnerin im Biathlon, musste sich derweil mit einem vierten Platz begnügen. Die schweren Strecken mit grenzwertigen Anstiegen und der stumpfe Schnee verbauten der 23-Jährigen von vornherein realistische Chancen auf eine Medaille.

Für Überraschungen sorgten dafür zwei Freiburger. Martin Fleig und Vivian Hösch (beide Ring der Körperbehinderten Freiburg) gewannen jeweils ihre ersten Bronzemedaillen bei einer WM, Fleig im Biathlon über 12,5 Kilometer, Hösch im Biathlon-Sprint über sechs Kilometer – sehr zur Freude von  Bundestrainer Rombach: „Das waren zwei schöne Erfolge, die Hoffnung für die Zukunft machen.“

Entsprechend positiv fällt die Bilanz der Breisgauer aus: „Mir ist endlich der Sprung an die Weltspitze gelungen“, sagt der 25-jährige Fleig, der zusätzlich im Langlauf über die zehn Kilometer mit einem vierten Platz aufhorchen ließ.

Hösch, die durch einen Sturz im Langlauf-Sprint der Sportlerinnen mit Sehbehinderung eine zweite Medaille nur knapp verpasste, bedankte sich bei ihrem Begleitläufer Florian Schillinger (SV Baiersbronn). „Er hat die Wettkämpfe super mit mir gemeistert.“

Neben der 23-jährigen Freiburgerin  entwickelt sich Clara Klug (PSV München) als weiteres Talent mit einer viel versprechenden Zukunft. Die 20-jährige Bayerin ergatterte sich bei ihrem WM-Debüt einen vierten Platz im Langlauf über fünf Kilometer – eine weitere positive Überraschung für Rombach. 

Gemeinsam mit Andrea Eskau und Tino Uhlig (SV Mitteltal-Obertal), der zweimal auf die Strecke ging, bildete Klug am Abschlusstag der WM die deutsche Mixed-Staffel, die nach 4x2,5 Kilometern als Fünfte ins Ziel kam. Gold gewann Russland. Beim Triumph Frankreichs in der offenen Staffel wurden Martin Fleig und Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg) Sechste.

Und auch, wenn es zum Abschluss der WM keine Medaille gab: Insgesamt dürfen sich alle aus dem deutschen Team als Gewinner fühlen, auch die Betreuer – hatten sie doch das gesät, was die Athleten jetzt ernteten. Den Wachstechnikern um Walter Kuß sprach Rombach seinen besonderen Dank aus. „Ich hoffe, dass er uns auch zukünftig unterstützt.“

Weiter geht es für die Biathleten und Langläufer Mitte Februar mit den deutschen Meisterschaften. Ende des Monats steht dann der Ganghoferlauf im Leutaschtal an, bevor es Mitte März zum Weltcup-Finale nach Surnadal in Norwegen geht. (ben)