Ehrung in der Heimat

Der MTV Stuttgart empfängt seine Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin Anja Wicker.    

 

Zurzeit sei sie „nur Hobbysportlerin“, wie sie feixend sagt. Doch das bedeutet nicht, dass Anja Wicker auf der faulen Haut liegen würde – dazu hat sie vom 20. April bei einem verdienten Strandurlaub reichlich Gelegenheit. Aktuell hat die Nacharbeitung ihrer bisher erfolgreichsten Saison noch Vorrang. Am Mittwoch lud ihr Verein MTV Stuttgart sie zu Empfang und Ehrung.

Rund 8800 Mitglieder zählt der zweitgrößte Sportverein der baden-württembergischen Landeshauptstadt, der so manchen Olympioniken hervorgebracht hat, die Turnerinnen Kim Bui und Elisabeth Seitz zum Beispiel oder die derzeit beste deutsche Trampolinspringerin Leonie Adam. Aber die Erfolge von Anja Wicker in dieser Saison würden hervorstechen, wie das MTV-Vorstandsmitglied Erich Stradinger zu Beginn der Ehrung sagte.

Gold bei den Weltmeisterschaften im bayerischen Finsterau, mehrere Weltcup-Siege und als Krönung die Kristallkugel für den Gesamtweltcup im Biathlon – „das macht uns stolz“, sagte auch Karl Weinmann, der Vorsitzende des Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbands.

Weinmann zollte, wie später auch der MTV-Ehrenvorsitzende Manfred Ehringer und Werner Schüle, der Vizepräsident des Sportkreises Stuttgart, Wickers Eltern hohe Anerkennung. „Ohne ein positives familiäres Umfeld wäre das alles nicht möglich.“ Volker Wicker ist nicht nur Anjas Vater, sondern gleichzeitig als Trainer einer ihrer wichtigsten sportlichen Bezugspersonen.  

Als Erinnerung nahm die 25-Jährige neben einer mächtigen Packung Sportler-Müsli von den „Wheelers“ des Vereins und einer nicht minder großen Schachtel Schokolade auch den Ehrenbrief des Sportkreises Stuttgart mit nach Hause. „Den vergeben wir nur sehr selten“, sagte Werner Schüle. Doch Ehre, wem Ehre gebührt: Anja Wicker hat ihn sich in diesem Winter verdient. (ben)