Ein Test mit Höhen und Tiefen

Die erstmals ausgetragene Biathlon-Staffel kommt beim Weltcup in Vuokatti nicht bei jedem gut an. Vivian Hösch und Martin Fleig haben als Siebte immerhin Spaß – trotz der Eiseskälte. 

 

Staffeln kannte man beim Ski nordisch des IPC bislang nur beim Langlauf. In Vuokatti fand nun erstmals ein Biathlon-Testwettkampf statt. Jeweils zwei Starter eines Landes taten sich zusammen, ermittelten anhand eines 2x1-Kilometer-Prologs und ihrer kombinierten Prozente eine Startzeit für die Verfolgung und machten sich dann erneut auf die Strecke, die jeder Athlet dreimal überqueren und zwischendurch zwei Schießeinlagen zu absolvieren hatte.

Da 22 Teams am Start waren, wurde es auf der kleinen Runde entsprechend voll und unübersichtlich. „Ich wusste nicht, wo hinten und vorne war. Und dann pfeifen plötzlich die Stehenden an einem vorbei“, scherzte Anja Wicker, die mit Steffen Lehmker Zwölfte wurde. Ihr Teamkamerad fand dagegen Gefallen am Kräftemessen, was auch an seiner Leistung gelegen haben dürfte. Er schoss zweimal null Fehler und brachte das Duo vom 19. Platz sieben Ränge nach vorne. „Das war für mich der bislang beste Run“, sagte er.

Eher unglücklich verlief derweil das Rennen für Nico Messinger und Clara Klug. „Die Leistungsunterschiede sind zu stark. Mich reizt dieser Wettkampf nicht“, gab Messinger nach dem Zieleinlauf zu Protokoll. Weil Clara Klug und ihr Begleitläufer Florian Grimm zu allem Überfluss in ihrer zweiten Runde stürzten, blieb am Ende Rang 16. „Prinzipiell ist dieses Format eine coole Idee, aber die Umsetzung hakt gewaltig“, befand die Münchnerin. Die gute Nachricht: bis auf ein paar blaue Flecke blieben Grimm und sie unverletzt.

Am meisten Spaß an der Staffel hatten offenbar Vivian Hösch und Martin Fleig. Die beiden Freiburger blieben beide ohne Schießfehler. „Das war ein versöhnlicher Abschluss der Biathlon-Wettbewerbe und hat richtig Spaß gemacht“, berichtete Hösch. „Der siebte Platz ist ein tolles Ergebnis.“ Martin Fleig fand das auch – wenn da nur nicht die finnischen Temperaturen wären, die das deutsche Team schon den ganzen Weltcup über bibbern lassen.

Für den Bundestrainer Ralf Rombach war der Testlauf ein Wettkampf mit Potenzial. „Es gab aber noch viele Schwächen: Die Strecke war zu kurz und zu eng und der Vergleich zwischen den Sportklassen braucht noch mehr Daten, um fair zu sein“, sagte er. Am besten klar mit den Bedingungen der Premiere kamen die Athleten aus der Ukraine. Sie landeten mit vier Staffeln auf den ersten Plätzen. (ben)

Das Ergebnis vom Testevent im Überblick gibt es hier.