Es lebe die Abwechslung

Clara Klug ist in den vergangenen Wochen viel unterwegs gewesen – und hat es meistens genossen. Teil VI der Serie über den Sommer unserer Athleten.

 

„Wenn es ums Wetter geht, kann man es mir nur schwer recht machen“, sagt Clara Klug und lacht. Am liebsten wären ihr minus drei Grad bei Sonne und Schnee. Im deutschen Sommer ist das tatsächlich ein kaum erfüllbarer Wunsch. Und so ärgerte sich die Münchnerin zuletzt häufiger über beständigen Dauerregen oder ächzte über zu heiße Temperaturen. „Skirollern bei 30 Grad am Abend hat mit Wintersport ja jetzt nicht so viel zu tun“, sagt sie. 

Ins stille Kämmerlein zurückgezogen hat sich die 22-Jährige deswegen nicht. Im Gegenteil: Klug ist viel unterwegs gewesen, bei jedem Wetter, wie sich auf ihrer Facebook-Seite nachlesen lässt. Mehrfach war sie in Kempten oder Bludenz, Mitte August erklomm sie drei Berge in drei Tagen. Erst ging es auf die Reiter Alm in den Berchtesgadener Alpen, tags darauf auf den Wallberg, zum Schluss auf den Juifen. „Da entwickelst du einen richtigen Ehrgeiz, willst jeden Tag 1000 Höhenmeter packen. Und es macht Spaß, wenn du es dann schaffst.“

Überhaupt ist sie froh um die Abwechslung. Denn immer nur auf dem Laufband im Fitnessstudio zu stehen, ist ihr auf Dauer zu langweilig. Weil ihr Trainer und Guide Martin Härtl derzeit verletzungsbedingt ausfällt, musste sie in Sachen Trainingsplanung improvisieren. Der deutsche Biathlon-Coach und ehemalige Begleitläufer von Willi Brem, Florian Grimm, ist spontan in die Bresche gesprungen.

Den generellen Plan für die kommende Saison hat das nicht umgeworfen. „Ich will mich möglichst stabil im vorderen Feld bewegen und konstant unter die besten Fünf kommen“, sagt sie. Nachdem sie in der vergangenen Saison zum Auftakt stark war und dann etwas nachließ, soll es diesmal andersherum laufen. „Es wäre schön, die Bestleistung zur WM in Finsterau abrufen zu können.“

Dass es mit einem solchen Vorhaben nur dann klappt, wenn die Balance insgesamt stimmt, weiß Klug. Deswegen hat sie sich auch immer wieder Zeit für sich genommen. Sie machte Ausflüge mit ihrer Schwester an den See, spazierte über die Wiesn oder fuhr mit anderen Athleten aus der Nachwuchselite-Förderung der Deutschen Sporthilfe und der Bundesliga-Stiftung zum Red Bull Air Race an den Lausitzring. „Ein toller Austausch mit coolen Leuten“, berichtet sie.

Es ist offensichtlich: Ständig unterwegs zu sein mag anstrengend sein. Aber die Abwechslung tut gut. (ben)