Eskau kürt sich selbst zur Sprintkönigin

Die 43-jährige Bergheimerin gewinnt bei der Ski-Nordisch-Weltmeisterschaft ihre zweite Goldmedaille. Ein Sturz bremst derweil Vivian Hösch aus.

 

Zweites Gold im vierten Rennen, dritte Medaille insgesamt – Andrea Eskau (USC Magdeburg) präsentiert sich bei der WM des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) in eindrucksvoller Form. Am Mittwoch teilte sich die 43-jährige Bergheimerin ihre Kräfte im Langlauf-Sprint perfekt ein und ließ der Konkurrenz im Finale keine Chance.

Nach der souverän überstandenen Qualifikation und einem starken Halbfinale distanzierte sie im dritten Rennen über einen Kilometer innerhalb von drei Stunden die Norwegerin Mariann Marthinsen und die US-Amerikanerin Oksana Masters auf die weiteren Medaillenplätze.

„Einfach super“, jubelte Eskau. „Unsere Taktik ging voll auf. Ich habe mir von Anfang an ein paar Körner für den letzten Berg aufgehoben.“ Das reichte, um dort die entscheidenden Sekunden gut zu machen. Ihren Sieg im Sprint bezeichnete die Doppel-Paralympics-Siegerin von Sotschi 2014 als „emotionalen Höhepunkt der WM“.  

Großes Pech in ihrem Finalrennen hatte dagegen Vivian Hösch (Ring der Körperbehinderten Freiburg) bei den Frauen mit Sehbehinderung. Die 23-Jährige und ihr Begleitläufer Florian Schillinger (SV Baiersbronn) lagen auf Medaillenkurs, als Hösch beim Spurwechsel erst stolperte und dann stürzte.  So blieb letztlich nur Rang vier, Gold holte sich die Russin Elena Remizova.

„Das war sehr schade und enttäuschend“, sagte Hösch nach ihrer derart unglücklich verpassten zweiten WM-Medaille. „Ich weiß aber, dass ich vorne mitlaufen kann“, stellte sie kämpferisch fest und bedankte sich bei den Wachsern des Nordic Paraski Teams Deutschland. „Sie haben uns superschnelle Skier hergerichtet.“

Vier Deutsche, den Freiburger Martin Fleig, die Stuttgarterin Anja Wicker, die Münchnerin Clara Klug und den Baiersbronner Tino Uhlig, ereilte das Aus im Halbfinale.

Fleig hatte mit der viertbesten Prolog-Zeit ein kleines Ausrufezeichen gesetzt, leistete sich dann im Semifinale jedoch einen taktischen Fehler. „Im Grunde kann ich mit dem siebten Rang zufrieden sein“, sagte der Bronzemedaillen-Gewinner im Biathlon vom Dienstag.

Anja Wicker kämpft im Sprint

Wicker wurde im Sitzski Gesamtneunte, vor Irina Guliaeva, der russischen Silbermedaillengewinnerin vom Vortag. „Es ging wieder richtig eng zu“, sagte die 23-Jährige. „Ich habe versucht, mich so lange wie möglich vorne zu halten, aber am Anstieg zogen die starken Läuferinnen vorbei. Da hatte ich keine Chance.“

Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl belegten in der Endabrechnung bei den Frauen mit Sehbehinderung Rang sechs, Tino Uhlig wurde im 24er-Feld der Männer stehend Zwölfter.

Das Halbfinale knapp verpasst hatten Max Hauch aus Wörrstadt als Vierzehnter bei den Männern sitzend und Nico Messinger aus Freiburg als Neunter bei den Männern mit Sehbehinderung. „Leider hat die Spritzigkeit gefehlt“, sagte Messinger, der mit seinem Begleitläufer Philip Burchartz nur um 1,6 Sekunden am Einzug ins Semifinale vorbeischrammte.  

Nach einem wettkampffreien Donnerstag gehen die Wettkämpfe von Wisconsin am Freitag im Biathlon weiter. Die Sportler gehen dann auf die Langdistanz (Frauen: 12,5 km / Männer: 15 km). Startschuss ist um 10 Uhr Ortszeit (17 Uhr deutscher Zeit). (ben)

Alle Daten zur WM stehen auf den offiziellen WM-Seiten des IPC, die detaillierten Resultate lassen sich im Renn-Kalender nachvollziehen.