Eskau siegt auch über die Mitteldistanz

Einen Tag nach ihrem Sprint-Erfolg beweist die 46-jährige Elsdorferin beim Para Skilanglauf-Weltcup in Canmore (Kanada) erneut ihre glänzende Frühform.       

 

Zweites Rennen, zweiter Sieg. Viel besser hätte der Winter für Andrea Eskau (USC Magdeburg) nicht starten können. Nach ihrem Sprintsieg am Samstag gewann die Elsdorferin am Sonntagmittag (Ortszeit) beim Para Skilanglauf und Biathlon-Weltcup des Internationalen Paralympischen Komitees im kanadischen Canmore auch im Langlauf über die mittlere Distanz. In ihrem Schlitten absolvierte die 46-Jährige die fünf Kilometer in 15:21.3 Minuten und war exakt fünf Sekunden schneller als Oksana Masters aus den USA.

„Es war sehr, sehr knapp, aber ich bin dennoch sehr zufrieden mit meiner Performance“, sagte Eskau, die auf dem Weg zu den Paralympischen Spielen von Pyeongchang im März trotzdem noch Optimierungsbedarf sieht. „Wir erkennen einiges, an dem wir noch arbeiten müssen.“  Platz drei ging an die unter neutraler Flagge startende Russin Marta Zainullina (16:00.0 Minuten), die Biathlon-Expertin Anja Wicker vom MTV Stuttgart kam auf Rang 17.

Fleig läuft auf Rang vier

Bei den Männern in der sitzenden Konkurrenz gelang Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg) ein achtenswerter vierter Platz. Seine Zeit nach 7,5 Kilometer: 21:46.9 Minuten. Ivan Golubkov (20:33.8 Minuten) dominierte das Rennen, Aleksandr Davidovich holte Rang zwei (21:24.3 Minuten), der Chinese Peng Zheng (21:34.3 Minuten) komplettierte das Podium. 

 „Ich bin ohne Erwartungen in das Rennen gegangen und wollte nur richtig einteilen. Das hat recht gut funktioniert“, sagte Fleig. Für den 28-Jährigen wird es freilich erst am Donnerstag ernst, wenn „seine“ Biathlon-Wettkämpfe starten. 

Dann wollen auch die übrigen deutschen Athleten weiter nach vorne stoßen als im Langlauf. Über die mittlere Distanz wurde die blinde Münchnerin Clara Klug mit ihrem Guide Martin Härtl Fünfte. „Es war eine sehr zähe Angelegenheit. Das habe ich schon beim Einlaufen gemerkt“, sagte die 23-Jährige, die mit Atemproblemen kämpfte, sich aber durchbiss. Der Sieg ging an Mikhalina Lysova. 

Steffen Lehmker (WSV Clausthal-Zellerfeld) und Alexander Ehler (SV Kirchzarten) kamen bei den Männern stehend auf die Plätze acht und elf. „Ich konnte meine Leistung wie erhofft abrufen. Es sind nur gut 30 Sekunden auf Rang vier. Die Paralympics-Norm ist nicht weit weg“, sagte Lehmker. 

Nico Messinger vom Ring der Körperbehinderten Freiburg (mit Lutz Klausmann) wurde in der Konkurrenz der Sehbehinderten ebenfalls Elfter. Messingers Vereinskameradin Vivian Hösch setzte aus. Am Dienstag enden mit dem Rennen über die Langdistanz die Langlauf-Wettbewerbe von Canmore. (ben)

Alle Termine und Resultate vom Weltcup gibt es auf www.paralympic.org/nordic-skiing/calendar-results