Eskau und Hösch holen Bronze

Die deutschen Athleten starten vielversprechend in die Ski-Nordisch-Weltmeisterschaft des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC)

 

Starker Auftakt für das Nordic Paraskiteam Deutschland in die Ski-Nordisch-Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Cable. Im ersten Rennen der WM, dem Biathlon-Sprint (6 km/7,5 km), gab es am Samstag bereits zwei Medaillen. Sowohl Andrea Eskau (USC Magdeburg) als auch Vivian Hösch (Ring der Körperbehinderten Freiburg) holten Bronze.

„Eine kleine Sensation“ nannte der Bundestrainer Ralf Rombach den Erfolg der 23-jährigen Hösch, die mit ihrem Begleitläufer Florian Schillinger (SV Baiersbronn) hinter der Russin Iuliia Budaleeva und der Ukrainerin Oksana Shyshkova als Dritte ins Ziel kam, mit einem hauchdünnen Vorsprung von sechs Zehntelsekunden auf Elena Remizova (Russland).

Ausschlaggebend für den Sprung aufs Treppchen seien „eine starke Schieß- und eine solide Laufleistung“ gewesen, sagte Rombach. Die Münchnerin Clara Klug (mit Guide Martin Härtl) belegte in ihrem ersten WM-Rennen Platz sechs von acht.  Der Bundestrainer zeigte sich „sehr zufrieden mit ihr“. Klug selbst war das auch, und kündigte an: „Ich werde meine Kraft noch weiter ausbauen.“

Bei den Frauen sitzend lieferte sich Andrea Eskau ein packendes Rennen mit vier russischen Spitzenläuferinnen. Gold ging an Nadezhda Fedorova (22:40.0 Minuten), Silber an Marta Zaynullina (22:45.7 Minuten). Eskau kam auf eine Zeit von 22:48,8 Minuten. Alle drei Athletinnen leisteten sich je einen Schießfehler.

„Ich war gespannt, wo ich überhaupt stehe“, sagte die 43-jährige Doppel-Paralympics-Siegerin von Sotschi 2014, die in dieser Saison krankheitsbedingt noch kein Weltcup-Rennen absolviert hatte. Die zweite deutsche Starterin, Anja Wicker (MTV Stuttgart), wurde nach Schwierigkeiten auf der anspruchsvollen Strecke Neunte. „Ich habe mich sehr müde gefühlt“, erklärte die 23-Jährige, die nun darauf baut, „die Leichtigkeit beim Laufen zurückzubekommen“.

Andrea Eskau bei der Siegerehrung

Unglücklich verlief der WM-Auftakt auch für die Freiburger Martin Fleig und Nico Messinger (mit Guide Philip Burchartz). Fleig leistete sich drei Schießfehler, Messinger zwei. So blieben am Ende in ihren Rennen nur die Plätze acht und zwölf.

„Im Training lief es beim Schießen immer perfekt, aber im Wettkampf wollte es irgendwie nicht klappen“, ärgerte sich Messinger, der auch in der Loipe sein Niveau nicht abrufen konnte. „Ich hoffe, die Spritzigkeit kehrt bis zum nächsten Rennen zurück“, sagte er.

„Einfach nur enttäuschend“ nannte Fleig sein Resultat am Schießstand, tröstete sich aber immerhin damit, dass seine Laufform passte. „Ich habe jetzt zwei Tage Zeit, um alles auf null zu stellen und mich neu zu motivieren.“

Max Hauch (SFD Bad Kreuznach) kam derweil als Elfter ins Ziel – ein gutes Resultat für den WM-Debütanten, der fehlerlos blieb und sich beim Laufen in zwei von drei Runden stark präsentierte. „In der letzten Runde habe ich an den Anstiegen Probleme bekommen und viel Zeit verloren“, berichtete er, sprach aber dennoch von „einem gelungenen Auftakt“.

Am heutigen Sonntag steht in Cable der Langlauf im freien Stil über die Langstrecke (Frauen 12,5/15 Kilometer, Männer 15/20 Kilometer)  auf dem Programm. Andrea Eskau zählt auch hier zu den Mitfavoritinnen. Zweiter deutscher Starter des Tages ist Tino Uhlig (SV Mitteltal-Obertal). Los geht es um 10 Uhr Ortszeit (17 Uhr deutscher Zeit).  (ben)

Alle Daten zur WM stehen auf den offiziellen WM-Seiten des IPC, die detaillierten Resultate lassen sich im Renn-Kalender nachvollziehen.