Gold, Bronze, Kristall

Ein individualisierter Rückblick auf den Winter 2014/2015   

 

Gut eine Woche ist es her, dass das deutsche Nordic Paraski Team vom Weltcup-Finale in Norwegen zurückkehrte – berauscht von einem Abschluss, der es in sich hatte. Zurzeit genießen die Sportler ihre wohlverdiente Pause, die Vorbereitungen auf den nächsten Winter beginnen früh genug.

Der Bundestrainer Ralf Rombach freut sich riesig darauf. „Wir haben als Mannschaft noch nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft“, sagt er und ist sich sicher: „Wir werden uns Stück für Stück weiterentwickeln.“ Doch zuvor: ein Rückblick auf die abgelaufene Saison.

 

Andrea Eskau:

Andrea Eskau holt WM-Gold

Geschwächt von einer hartnäckigen Krankheit verpasst Andrea Eskau den Weltcup-Auftakt in Vuokatti, in Norwegen ist sie nicht dabei, weil sie sich auf die Paracycling-Saison vorbereitet. Doch als es darauf ankommt, ist der „Tiger“ da. Bei der WM in Cable gewinnt Eskau alle Langlauf-Einzelrennen und holt Bronze im Biathlon-Sprint. Viel erfolgreicher geht nicht.  

 

Anja Wicker: 

Anja Wicker beim Siegerinterview

Bei der WM von ungünstigen Bedingungen ausgebremst, schlägt in Surnadal Anja Wickers große Stunde. Sie schafft den Hattrick im Biathlon, gewinnt beim Weltcup-Finale alle drei Rennen und verdrängt die Russin Marta Zaynullina vom Gesamtweltcup-Thron. „Der Gewinn der Kristallkugel ist für mich gleichbedeutend mit dem Paralympics-Sieg von Sotschi“, sagt Wicker.

 

Clara Klug (mit Guide Martin Härtl):

Clara Klug und Martin Härtl beim Anstieg

Hineinfinden in die Weltspitze – das ist das Saisonziel von Clara Klug. Und nicht nur bei ihrem vierten Platz im 5-Kilometer-Klassisch-Rennen bei der WM in Cable zeigt die junge Münchnerin, das von ihr noch vieles zu erwarten ist. „Ich habe teilweise mehr geschafft, als ich mir erwartet habe. Ich weiß aber auch, wo ich mich noch stark verbessern muss und will“, sagt sie.

 

Martin Fleig:

Martin Fleig bejubelt seinen Weltcup-Sieg

Die Krönung der Saison im letzten Rennen der Saison? Martin Fleig gelingt das. In Surnadal holt er sich über die Langdistanz im Biathlon seinen ersten Weltcup-Sieg. Die gewonnene Medaille macht sich sicher gut neben der bronzenen, die er bei der WM in Cable ergattert. Kein Wunder, dass der 25-Jährige nach diesem Abschluss zunächst vor allem eines ist: sprachlos.

 

Max Hauch:

Max Hauch am Schießstand

Erfahrungen sammeln, um sich der Weltspitze anzunähern, ist auch für Max Hauch die Aufgabe des Winters gewesen. Ein wenig im Schatten von Martin Fleig zeigt der Wörrstädter im zweiten deutschen Männer-Schlitten kontinuierlich ordentliche Leistungen.

 

Nico Messinger (mit Guide Philip Burchartz):

Nico Messinger am Schießstand

Für Nico Messinger ist es „eine Saison mit Höhen und Tiefen“. In Vuokatti läuft es im Biathlon-Sprint hervorragend und der 20-jährige Freiburger holt sein erstes Top-10-Resultat. Bei der WM ist er mit seiner Leistung weniger zufrieden. Vor Norwegen bremst ihn eine Erkältung aus, doch im letzten Rennen holt er noch einmal alles aus sich heraus und freut sich über 20 Treffer am Schießstand.

 

Tino Uhlig:

Tino Uhlig bei der WM

Der alte Hase im Team startet wie Eskau nur bei der WM – und stellt sich in Cable in den Dienst der Mannschaft. In der Langlauf-Mixed-Staffel geht er zweimal auf die Loipe und trägt so einiges zum fünften Platz der Deutschen bei. Im Langlauf-Sprint schafft es Uhlig ins Halbfinale.

 

Vivian Hösch (mit Guide Florian Schillinger): 

Vivian Hösch auf der Loipe

Zwei Sprünge aufs Podest lassen Vivian Hösch jubeln. In Cable muss sie nach dem Biathlon-Sprint eine ganze Weile zittern, sechs Zehntel Vorsprung vor der Russin Elena Remizova sichern ihr letztlich Bronze. Und auch im letzten Rennen des Winters, dem langen Biathlon von Surnadal, läuft sie noch einmal auf Rang drei. „Der perfekte Saisonabschluss.“ (ben)

Fotos: Luc Percival (6), Martin Haag (2)