Klug und Fleig auf dem Podium

Das deutsche Team startet in Tyumen überzeugend in die neue Biathlon-Saison – und will jetzt mehr.  

 

In den ersten drei Langlauf-Rennen des Winters war sie nah dran gewesen, beim Biathlon-Wettkampf über die lange Distanz hat es für Clara Klug mit dem Sprung aufs Podium geklappt. Die Münchnerin kam mit ihrem Guide Martin Härtl nach 12,5 Kilometern hinter den Russinnen Mikhalina Lysova und Elena Remizova als Dritte ins Ziel. Klugs Zeit: 48:09,5 Minuten, inklusive zweier Strafminuten für zwei Schießfehler.

„Ich freue mich sehr“, sagte die 21-Jährige. „Ich wollte es in dieser Saison aufs Treppchen schaffen. Dass es mir gleich hier in Russland und noch dazu im langen Biathlon gelingen würde, hätte ich nicht gedacht.“ Die zweite Deutsche im Feld, Vivian Hösch, blieb fehlerfrei und wurde Fünfte. „Die Leistung am Schießstand war sehr gut. In der Loipe fehlt Vivian noch etwas die Kraft“, sagte ihr Guide Florian Schillinger.  

Den zweiten deutschen Podiumsplatz des Tages fuhr Martin Fleig bei den Männern sitzend über die 12,5 Kilometer ein. Er musste sich in einer Gesamtzeit von 42:51,4 Minuten nur knapp Roman Petushkov und Grigory Murygin (beide Russland) geschlagen geben. „Mein einziger Schießfehler ärgert mich. Ohne ihn hätte es zum Sieg gereicht. Aber hätte gibt es im Biathlon eben nicht“, sagte der Freiburger.

Bemerkenswert war dessen Leistung allemal, plagten ihn doch leichte gesundheitliche Probleme. „Es war ein tolles Rennen von Martin“, sagte der Bundestrainer Ralf Rombach. Und auch Fleig zeigte sich trotz des verpassten Sieges zufrieden. „So einen Saisoneinstieg kann man lassen.“ Max Hauch dürfte hingegen seinen Biathlon-Auftakt schnell vergessen wollen. Sieben Schießfehler warfen ihn weit zurück.

Nico Messinger und Anja Wicker trafen dagegen 19-mal bei 20 Versuchen ins Schwarze. Für beide war es die Grundlage zu ordentlichen Ergebnissen. Wicker landete beim Sieg der Russin Maria Iovleva auf dem vierten Rang. „Das ist okay – und trotzdem ausbaufähig“, sagte die Stuttgarterin, die sich auf der kurvenreichen Strecke von Tyumen schwertut und am Sonntag obendrein mit müden Armen zu kämpfen hatte.  

Für Messinger (begleitet von Aushilfsguide Michael Huhn) war Rang sieben ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. „Er hat aufgeholt, auch wenn noch einiges fehlt, um vorne mitzulaufen“, sagte der Bundestrainer Rombach. Der 20-jährige selbst zeigte sich zufrieden mit dem Resultat. „Die letzte Runde war etwas zäh, aber die Einteilung hat gepasst. Läuferisch war das in Ordnung.“

Nach einem Ruhetag am Montag geht es am Dienstag mit dem Biathlon-Sprint weiter – die nächste Chance für die deutschen Starter, das Podium zu stürmen. (ben)

 

Alle Ergebnisse der Saison stehen wie gewohnt im Rennkalender des IPC