Letzter Halt vor der Heim-WM

Der Weltcup des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) macht Station in der Ukraine. Unter anderem am Start: sechs deutsche Athleten.

 

Der Weltcup-Auftakt in Finnland lief ordentlich, nun wollen die deutschen Langläufer und Biathleten mit Behinderung nachlegen. Die zweite Station des Winters ist das Western Center bei Lwiw. Beim ersten IPC-Weltcup überhaupt auf ukrainischem Boden will die sechsköpfige Mannschaft des Nordic Paraski Teams in je drei Langlauf- und Biathlon-Rennen von Freitag an ihre Leistungen aus dem Dezember bestätigen und ihre Form weiter verbessern. Denn der absolute Saisonhöhepunkt, die Weltmeisterschaft in Finsterau (Bayerischer Wald), wirft große Schatten voraus.

Die Heim-WM vom 10. bis 19. Februar steht im allgemeinen Fokus. Der Bundestrainer Ralf Rombach will die Reise in die Karpaten deshalb auch als Trainingslager nutzen. Der Schneemangel zuletzt hat die Vorbereitungen erschwert. „Wir mussten viel Trockentraining machen“, sagt Rombach. Die Ziele der Deutschen für die Ukraine decken sich daher weitestgehend. „Ich will die Zeit nutzen, um meine Form zu steigern“, sagt Anja Wicker (MTV Stuttgart) stellvertretend für ihre Teamkameraden.

Im Biathlon-Gesamtweltcup führt die 25-Jährige gemeinsam mit Oksana Masters (USA), die im Western Center voraussichtlich nicht am Start sein wird und sich mit ihrer Nationalmannschaft in der Heimat auf die WM vorbereitet. Konkurrenz bekommt Wicker dafür aus dem eigenen Lager. Andrea Eskau (USC Magdeburg) steigt nach Gold und Silber mit dem Handbike bei den Paralympics von Rio im vergangenen Jahr in den Weltcup ein. „Für mich sollen die Wettkämpfe als Standortbestimmung dienen“, sagt die 45-Jährige. 

Formverbesserung ist auch das Stichwort beim männlichen Vertreter in der sitzenden Konkurrenz. Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg) zeigte beim Weltcup von Vuokatti, dass er ein Siegkandidat ist. Die Resultate bei der WM haben für den 27-Jährigen aber einen höheren Stellenwert. „Es wäre kein Weltuntergang, wenn bei diesem Weltcup die Erfolge ausblieben“, sagt er.

Zwischen den Jahren machte Fleig kurzfristig eine Viruserkrankung zu schaffen. Ähnliche Probleme hatten seine beiden Freiburger Vereinskollegen Vivian Hösch und Nico Messinger. Hösch musste wegen Schmerzen im Knie und in der Hüfte kürzertreten, bei Messinger war es eine Erkältung, die ihn zur Pause zwang. Er verpasste auch die Deutschen Meisterschaften im Nordic-Center Notschrei.   

Wieder fit zu werden und nach Möglichkeit die Abstände zur Weltspitze weiter zu verkürzen sind laut Bundestrainer Rombach die Vorgaben für die beiden Sehbehinderten. Als Begleitläufer steht Vivian Hösch wie gehabt Florian Schillinger (SV Baiersbronn) zur Seite, der Guide von Nico Messinger ist Christian Winker vom SSV Spaichingen.

Vor Selbstvertrauen strotzt derweil die frisch gebackene zweifache deutsche Meisterin bei den Sehbehinderten, Clara Klug (PSV München). Nach der Rückkehr ihres bis Ende 2016 verletzten Trainers und Begleitläufers Martin Härtl (SK Nesselwang) spulte die 22-Jährige fleißig Trainingskilometer ab und hofft, dass sich das in den Resultaten niederschlägt.

Nicht in die Ukraine mitreisen werden Marco Maier (17, SK Nesselwang), der nach dem Entzug der Starterlaubnis in Finnland durch das IPC zum Aussetzen verdammt ist, Steffen Lehmker (27, SV Kirchzarten), der studiumsbedingt fehlt und der privat verhinderte Max Hauch (29, SK Nesselwang). Auch Nadia Schumacher muss kurzfristig passen. Die 39-Jährige vom VSV Würzburg fällt mit einem gebrochenen Daumen aus. (ben)