Martin Fleig und der zweifache Zweite

Der Gundelfinger landet im Biathlon über die Langdistanz und im Gesamtweltcup hinter Grigory Murygin. Vivian Hösch feiert „einen perfekten Abschluss‟   

 

Es war eine Laufleistung, die dem Bundestrainer nur ein Lob abverlangen konnte. „Ein Superrennen‟ sei Martin Fleig gelaufen, sagte Ralf Rombach nach der Bestzeit seines Schützlings über 15 Kilometer. Allein: zum Sieg reichte es nicht, denn am Schießstand erwischte der 26-Jährige nicht seinen besten Tag. Vier Fehler bedeuteten vier Strafminuten obendrauf, der Biathlon-König der Männer im Schlitten in dieser Saison, Grigory Murygin, leistete sich drei Patzer weniger und zog vorbei.

Der Ärger darüber dürfte freilich vom Stolz ob der gesamten Saisonleistung überlagert worden sein. Hinter Murygin landete Fleig auf Platz zwei des Gesamtweltcups. „Noch mal ein Platz besser als in der vergangenen Saison“, stellte er erfreut fest. Max Hauch kam in der Wertung auf Platz sieben, am Dienstag schnupperte er kurzfristig an einem Podiumsplatz, seine drei Schießfehler warfen ihn aber noch auf Platz fünf zurück.

Grund zum Jubeln hatte neben Fleig auch seine Freiburger Vereinskameradin Vivian Hösch. Durch ihren dritten Platz fing sie im Gesamtweltcup die pausierende Russin Elena Remizova noch ab und ergatterte sich auch dort einen Podiumsplatz. „Das ist das i-Tüpfelchen, ich bin überglücklich‟, sagte Hösch nach dem Erreichen ihres Saisonziels.

Vivian Hösch und Florian Schillinger in Finsterau

Drei Fehler beim zweiten Schießen gefährdeten den Erfolg zwar kurzfristig. „Aber ich habe mich läuferisch richtig gut gefühlt und konnte das in der Loipe auch umsetzen.‟ Die Ukrainerin Olga Prylutska und ihre Teamgefährtin Clara Klug verwies Hösch in einem spannenden Rennen auf die weiteren Plätze.  Klug wurde wie vielen anderen Athleten die Leistung am Schießstand zum Verhängnis. Sie verfehlte viermal.

Vergleichsweise hervorragend im Umgang mit dem Gewehr präsentierte sich Anja Wicker. Ihr unterlief ein einziger Fehler, keine Konkurrentin war am Dienstag besser. Doch auf der Strecke fehlte der Stuttgarterin die Kraft. „Ich habe mich schon beim Aufstehen platt gefühlt. Vom ersten Meter an ging einfach gar nichts“, berichtete sie – und fügte an: „Ein ekliges Rennen.“ Durch den Sieg der Russin Maria Iovleva rutschte Wicker im Gesamtweltcup noch auf den vierten Platz zurück, nahm es aber sportlich.

Für Nico Messinger war der Arbeitstag derweil schon beendet, bevor er begonnen hatte. Er musste krankheitsbedingt passen. Marco Maier hatte von vornherein auf einen Start verzichtet. Er peilt beim Langlauf-Sprint am Mittwoch den Einzug ins Halbfinale an. (ben)

 

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