Mit besten Erinnerungen

Der SV Finsterau ist im Februar 2016 wieder einmal Gastgeber eines IPC-Weltcups. Das will sich auch die eigentlich auf Rio de Janeiro fokussierte Andrea Eskau nicht entgehen lassen.

 

2011 war der SV Finsterau erstmals Gastgeber eines Langlauf- und Biathlon-Weltcups des Internationalen Paralympischen Komitees – mit durchschlagendem Erfolg. Im Februar 2016 wird der kleine Ortsteil der Gemeinde Mauth im Bayerischen Wald erneut zur Bühne für packende Wettkämpfe. Bei einer ersten Pressekonferenz zeigte sich: Die Vorfreude ist bereits jetzt riesig.

Ihre Medaillensammlung ist längst beträchtlich, doch für das eine oder andere Exemplar hat Andrea Eskau noch Platz. Erst Anfang August ist die 44-jährige Bergheimerin vom USC Magdeburg erneut Weltmeisterin im Handbike geworden, im September 2016 soll ein weiterer Karriere-Höhepunkt folgen. Bei den Paralympischen Spielen von Rio de Janeiro peilt sie Gold an.

Diesem Ziel für den Zuckerhut ordnet die Allround-Athletin alles unter – auch im kommenden Winter. Die Weltcups von Tyumen im Dezember und Vuokatti im März lässt Eskau aus. Lediglich in Finsterau ist sie dabei. Weil die dortigen Langlauf-Wettkämpfe eine perfekte Standortbestimmung für sie darstellen – und weil sie gerne zurückblickt an ihren letzten Besuch.

„Ich habe sehr positive Erinnerungen an Finsterau“, sagte die extra angereiste Sportlerin bei der Pressekonferenz am Donnerstag – dies nicht nur, weil sie im Bayerischen Wald damals den Gesamtweltcup holte. Ein warmherziges Organisationsteam, die tolle, regional gefärbte Eröffnungsparty, die anspruchsvollen Strecken und die mitreißende Atmosphäre unter den Zuschauern haben sich eingebrannt.

Umso größer ist der Ehrgeiz in Finsterau, wieder solch zufriedene Athleten zu hinterlassen. „Der Weltcup ist eine Aufwertung für uns“, betonte Christian Eder, der Vorsitzende des SV Finsterau. „Wir möchten beste Voraussetzungen schaffen.“ Mit den bisherigen Anstrengungen, sein Skistadion zu optimieren, hat der Gastgeber eine IPC-Delegation bereits überzeugt. „Unsere Helfer können stolz auf das sein, was sie im Sommer geleistet haben“, sagte der Technische Leiter für den Weltcup, Karl Eder (Bild oben).

Andrea Eskau beim Fotoshooting mit der Jugend des SV Finsterau

Als Schirmherrin haben sie in Finsterau in der amtierenden Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Verena Bentele, eine Lichtgestalt des Sports gewonnen. Benteles Teamgefährtin von einst, Andrea Eskau, nutzte ihren Ausflug in den Bayerischen Wald noch für einen kurzen Schauwettkampf mit Jugendlichen des Clubs.

Dass dieser samt der Schönheit der Natur im dichten Nebel unterging, war ein Wermutstropfen, aber kein Untergang. Es wird im Februar 2016 noch genug Gelegenheit geben, die Finsterauer Atmosphäre zu genießen. (ben)