Mit Rückenwind ins Finale

Das deutsche Team startet morgen beim Weltcup im norwegischen Surnadal – ohne seine erfolgreichste WM-Teilnehmerin, aber mit frischen Gesichtern 

 

Die starke Bilanz mit sechs Medaillen, davon drei goldenen, bei den Weltmeisterschaften in Cable (USA) ist noch in bester Erinnerung, nun will das Nordic Paraski Team Deutschland den Schwung der jüngsten Erfolge nach Norwegen tragen. In Surnadal ertönt am Dienstag der Startschuss für das erste von fünf Rennen beim Weltcup-Finale der Saison 2014/2015.

Der Bundestrainer Ralf Rombach muss zwar auf seine überragende WM-Akteurin Andrea Eskau verzichten – die 43-jährige Bergheimerin erholt sich im Hinblick auf die Paracycling-Saison im Sommer. Andere könnten aber in die Bresche springen und Podiumsplätze ergattern. Die besten Chancen dafür haben die Freiburger Vivian Hösch (mit Guide Florian Schillinger) und Martin Fleig sowie die Stuttgarterin Anja Wicker.

Hösch und Fleig hatten in Cable ihre jeweils erste WM-Medaille ergattert. Ihre couragierten Auftritte in Wisconsin sind das Resultat kontinuierlicher harter Arbeit. Beide möchten sich dauerhaft in der Weltspitze etablieren. „Wir wollen an die Leistungen der WM anknüpfen“, sagt Rombach.

Dort ist Anja Wicker nach Gold und Silber bei den Paralympics 2014 in Sotschi bereits angekommen. In Cable bremsten sie ungünstige Streckenverhältnisse aus, in Norwegen nimmt sie einen neuen Anlauf aufs Podest.

Neben Hösch starten bei den Frauen mit Sehbehinderung die Münchnerin Clara Klug (mit ihrem Guide Martin Härtl) sowie Nicole Hofmann vom SK Nesselwang. Die 30-Jährige, die von ihrem Ehemann Alexander begleitet wird, hat sich mit einer starken Leistung bei der Deutschen Meisterschaft ihre Nominierung erarbeitet.

Drei Männer komplettieren das deutsche Team: Nico Messinger aus Freiburg (mit Guide Philip Burchartz) möchte der Erkältung trotzen, die ihn zuletzt ausbremste, der Wörrstädter Max Hauch startet im Sitzski und in der stehenden Konkurrenz ist in Marco Maier aus Blaichach im Allgäu ein junger Mann für die Zukunft dabei. Der 15-jährige, der im Dezember in Vuokatti sein Weltcup-Debüt feierte, soll in Norwegen weitere Erfahrungen sammeln.

Den längsten, aber wohl auch den eindrucksvollsten Weg nach Norwegen, hatten derweil die Physiotherapeutin Alexandra Schade und der Betreuer Hermann Frey. Ihre Anreise dauerte zwei Nächte und zwei Tage – über gut 2000 Kilometer mit dem Materialwagen des Teams. (ben)

Aktuelle Resultate vom Weltcup gibt es wie gewohnt im Rennkalender des IPC.

 

Die Rennen im Überblick:

Dienstag, 17. März, ab 10 Uhr: Langlauf Langdistanz Freistil (Sitzski 12 km/15 km, stehend und sehbehindert 15 km/20 km)

Mittwoch, 18. März, ab 8.10 Uhr: Biathlon Kurzdistanz (6 km/7,5 km)

Freitag, 20. März, ab 8.10 Uhr: Biathlon Verfolgung (10 km/12,5 km)

Samstag, 21. März, ab 10 Uhr: Langlauf Mitteldistanz Classic (5 km/10 km)

Sonntag, 22. März, ab 8.10 Uhr: Biathlon Langdistanz (12,5 km/15 km) 

 

Foto: Alexandra Schade