Motivationsschub am Zuckerhut

Marco Maier ist vom Paralympischen Jugendlager mit unvergesslichen Erlebnissen heimgekehrt. Teil VII der Serie über den Sommer unserer Athleten.

 

Marco Maier hat die ersten Skikilometer der Saisonvorbereitung hinter sich, beim Lehrgang in Oberhof mit der deutschen Mannschaft am vergangenen verlängerten Wochenende. Das Gefühl von Kälte um die Nase und das Knirschen des Kunstschnees in der Skisporthalle des thüringischen Wintersportortes ließen ihn in bester Laune zurück – ein perfekter Übergang aus einem grandiosen Sommer.

Zweieinhalb Wochen hat der 16-Jährige im September in Rio de Janeiro verbracht, als Teilnehmer des 7. Paralympischen Jugendlagers der DBS Jugend – für den Blaichacher, der als einziger Wintersportler am Zuckerhut dabei war, eine besondere Ehre. Denn ins Jugendlager entsendet der Verband in erster Linie die Athleten, die er selbst auf dem besten Weg sieht, einmal bei Paralympics zu starten.

Die Eindrücke, die sie dort sammeln, sollen ein Motivationsschub sein. Bei Marco Maier hat es funktioniert. Natürlich hatte er die Spiele schon vorher im Fokus. „Jetzt will ich noch umso mehr dorthin.“ Möglichst schon 2018 in Südkorea, spätestens aber vier Jahre später in Peking. In Rio verfolgte er viele Wettkämpfe hautnah, feierte mit Gewinnern im deutschen Haus, besuchte soziale Projekte und sprang mit Schwimmer-Freunden den Wellen im Meer entgegen.

Die intensive Zeit war für Marco Maier auch ein Lohn für die Trainingseinheiten des Sommers. Denn natürlich weiß er, dass er, um wirklich einmal selbst bei Paralympischen Spielen dabei zu sein, in seiner kontinuierlichen Entwicklung nicht stecken bleiben darf. Anfang des Jahres hatte er erstmals die C-Kader-Norm geknackt. Daran möchte er im kommenden Winter anknüpfen. Deswegen stand in den vergangenen Monaten jede Menge Arbeit vor allem an der Kraftausdauer auf dem Programm.

Und die ersten Stockschübe auf Schnee nach der Rückkehr aus Rio hatten es ebenfalls in sich. „Es war sehr anstrengend“, berichtete er vom Lehrgang in Thüringen, wohlwissend: Nur wer an seine Grenzen und darüber hinaus geht, hat das Zeug zur sportlichen Größe. (ben)