Sterben oder Zweiter werden

Martin Fleig mobilisiert im Biathlon-Sprint von Tyumen letzte Kräfte und hat Erfolg. Auch Clara Klug fährt erneut aufs Treppchen.

 

Am Ende schmolz der Vorsprung auf Ivan Golubkov immer mehr. Martin Fleig spürte auf der Zielgeraden des 7,5-Kilometer-Sprints im Biathlon, wie er auf den läuferisch überragenden Russen verlor, doch diesen zweiten Platz hinter Grigory Murygin wollte sich der 26-jährige Freiburger nicht mehr nehmen lassen. „Ich dachte mir: Sterben oder Zweiter werden“, sagt Fleig – und rettete 3,9 Sekunden ins Ziel.

Ein tolles Rennen von Martin“, jubelte der Bundestrainer Ralf Rombach – und die nackten Zahlen belegen das. Fleig blieb fehlerfrei und bewies mit seiner Zeit von 22:43,5 Minuten erneut, dass zum ersten Weltcup-Sieg des Winters nicht viel fehlt. Gute Aussichten für die abschließende Verfolgung am Mittwoch also? „Halten wir den Ball mal flach, aber schön wäre es schon“, sagt Fleig.

Jubeln durfte auch erneut Clara Klug. Zwei Tage nach ihrer ersten Weltcup-Medaille überhaupt holte die 21-jährige Münchnerin mit ihrem Guide Martin Härtl auch über die 6 Kilometer Bronze. Klug leistete sich am Schießstand keine Fehler und kam nach 20:29,8 Minuten ins Ziel, weniger als acht Sekunden hinter Elena Remizova. Mikhalina Lysova war wieder Schnellste. „Das war heute noch mal besser als vor zwei Tagen“, sagte Klug, die in Tyumen sehr konstant auftritt.

Direkt hinter ihr kam Vivian Hösch (mit Begleitläufer Florian Schillinger) ins Ziel. Auch die Freiburgerin zeigte am Schießstand keine Nerven. „Ich habe mich läuferisch besser gefühlt als am Montag. Dieses Ergebnis versöhnt mich“, sagte Hösch und dankte der Wachscrew. „Sie haben die Skier perfekt für die veränderten Schneebedingungen präpariert.“

Ebenfalls Vierte wurde Anja Wicker beim Sieg der Russin Svetlana Konovalova bei den Frauen sitzend. Rund 60 Sekunden fehlten nach 20:34,0 Minuten auf Rang eins. „Es ist auf dieser Strecke hier in Tyumen nicht mehr für mich drin“, sagte die Stuttgarterin, der ebenfalls zehn Treffer gelangen.

Einen bzw. zwei Fehler am Schießstand leisteten sich derweil Nico Messinger und Max Hauch. Messinger belegte bei den Männern mit Sehbehinderung den neunten Rang, Hauch wurde bei den Männern sitzend Achter, nachdem er zwischenzeitlich auf einem starken fünften Platz gelegen hatte.

 

Foto: Luc Percival. Ergebnisse zur neuen Saison stehen wie gewohnt im Rennkalender des IPC