Verfolgt, aber nicht verdrängt

Martin Fleig und Clara Klug verteidigen im abschließenden Biathlon-Rennen von Tyumen ihre Plätze und ergattern sich ihre jeweils dritten Medaillen.  

 

Der erste Weltcup des Winters ist vorüber und das Nordic Paraski Team Deutschland kann zufrieden sein mit seiner Bilanz. Zu Buche stehen vier Bronze- und zwei Silber-Medaillen. Alle gingen auf das Konto des Freiburgers Martin Fleig (zweimal Silber, einmal Bronze) und der Münchnerin Clara Klug (dreimal Bronze), die auch in der abschließenden Verfolgung über 12,5 bzw. 10 Kilometer glänzten.

Fleig leistete sich bei vier Schießen nur einen Fehler und kam in 45:09,8 Minuten zwar deutlich hinter dem souveränen Sieger Grigory Murygin (Russland), aber auch mit einem komfortablen Vorsprung vor dem US-Amerikaner Andrew Soule ins Ziel. Dementsprechend glücklich war der 26-Jährige. „Ich bin ein wenig überrascht, dass es hier so gut lief“, sagte er.

Grund: Die Vorbereitungen des deutschen Teams waren durch die ungünstigen Witterungsbedingungen in der Heimat erschwert gewesen. Umso mehr steht hinter die Leistung von Clara Klug ein dickes Ausrufezeichen. Die 21-Jährige, die nie zuvor in ihrer jungen Karriere einen Podiumsplatz bei einem Weltcup-Rennen errungen hatte, schaffte dieses Kunststück in den vergangenen Tagen dreimal hintereinander.

In der Verfolgung blieb sie beim Schießen fehlerfrei, ihr dritter Rang hinter Mikhalina Lysova und Elena Remizova war nie gefährdet. „Es war heute noch mal hart, aber es lief gut. Insgesamt ist das eine deutliche Steigerung gegenüber vergangenem Jahr“, sagte sie.

Hart war das Rennen auch für Vivian Hösch, die den Anstrengungen der Woche Tribut zollen musste und ihren vierten Rang nicht halten konnte. „Es war nicht mehr viel Kraft übrig“, sagte die Freiburgerin, die mit ihrem Guide Florian Schillinger die Zeit in Tyumen aber auch als Training unter Wettkampfbedingungen sah und beim nächsten Weltcup im Februar in Finsterau neu angreifen will.

Dort hofft auch Anja Wicker wieder auf Treppchenplätze, nachdem ihr die „Strecke voller Serpentinen“ in Russland wenig zupass gekommen war. Die Stuttgarterin wurde am Mittwoch in 43:33,1 Minuten Vierte, Irina Guliaeva gewann vor Natalia Kocherova und Svetlana Konovalova. „Auf der stumpfen Strecke konnte Anja nichts ausrichten gegen die starken Russinnen“, sagte der Bundestrainer Ralf Rombach

Für Nico Messinger ging es dank einer tadellosen Schieß- und einer ordentlichen Laufleistung in der Verfolgung von Rang neun auf Platz acht. „Aleksei Toropov ist am Ende ganz schön nah gekommen, aber vorbeigelassen habe ich ihn nicht“, sagte der Freiburger augenzwinkernd, der am morgigen Freitag seinen 21. Geburtstag feiert. Sein Gesamtfazit des Weltcups: „Am Schießstand passt zurzeit alles. Bis Finsterau muss ich aber noch an meiner Laufleistung arbeiten.“

Auch Max Hauch verbesserte sich in seinem Rennen bei den Männern sitzend noch einmal um einen Platz – ungeachtet zweier Fehler am Schießstand. Seine Zeit von 51,03,3 Minuten führte ihn auf Rang sieben.

In der Nacht auf Donnerstag trat das Team dann bereits die Heimreise an. Nächster Programmpunkt ist ein Trainingslager in Seefeld. Aus Tyumen nimmt Ralf Rombach positive Erinnerungen mit: „Die Reise nach Sibirien hat sich für uns gelohnt: Tolle Ergebnisse, eine überwältigende Anlage mit riesigem Biathlonstadion und äußerst anspruchsvollen Langlauf-Strecken“, sagte er. (ben)

 

Alle Ergebnisse der Saison stehen wie gewohnt im Rennkalender des IPC