Vivian Hösch verteidigt das Podium

Die Freiburgerin läuft in der Biathlon-Verfolgung über zehn Kilometer auf Platz drei. Einige Teamkollegen haben Pech. Der Bundestrainer zieht trotzdem ein positives Fazit.        

 

Die Spritzigkeit war nicht mehr so vorhanden wie im Sprint tags zuvor, der Kampfeswillen umso mehr. Am Ende trug auch eine ordentliche Schießleistung dazu bei, dass die Para-Biathletin Vivian Hösch vom Ring der Körperbehinderten Freiburg beim Weltcup in Canmore (Kanada) im Verfolgungsrennen über zehn Kilometer am Sonntagnachmittag (Ortszeit) Dritte hinter Mikhalina Lysova und Elena Remizova wurde.

 Für die 26-Jährige Hösch und ihren Guide Florian Schillinger (SV Baiersbronn) war es nach Platz zwei über sechs Kilometer der zweite Podiumserfolg der Woche. „Sie hat noch einmal einen guten Wettkampf abgeliefert“, sagte der Bundestrainer Ralf Rombach. Die zweite Deutsche, Clara Klug vom PSV München mit ihrem Guide Martin Härtl (SK Nesselwang), hatte weniger Glück. Auf Medaillenkurs liegend stürzte sie in einer Abfahrt und zog sich eine Verletzung am Daumen zu. „Gebrochen ist nichts. Wahrscheinlich hat es die Kapsel erwischt“, sagte die 23-Jährige und kündigte an, „schnell wieder auf dem Dampfer“ sein zu wollen.

Auch der dritte Deutsche in der Klasse der Sehbehinderten, Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg) und sein Begleitläufer Lutz Klausmann (SV St. Georgen) kamen über die 12,5 Kilometer nicht bis zur Ziellinie. Muskuläre Probleme im Bein zwangen Messinger nach gutem Start zur Aufgabe.  

Der Wind funkt dazwischen

Sein Freiburger Vereinskollege Martin Fleig wurde in der sitzenden Konkurrenz wie am Vortag Vierter. Drei Strafrunden nach den ersten beiden Schießen nahmen ihm die Chance aufs Podium. Dort landete der läuferisch überragende Sieger Ivan Golubkov vor dem besten Schützen des Tages, Daniel Cnossen aus den USA und dem Südkoreaner Eui Hyun Sin. „Drei Schießfehler sind einfach zu viel“, ärgerte sich Fleig.  

„Martin hatte genau wie Anja Wicker Pech. Beide mussten in einer starken Windphase schießen“, sagte Ralf Rombach. Die in der gesamten Woche gesundheitlich angeschlagene Sitzskiathletin vom MTV Stuttgart schoss beim zweiten Anschlag dreimal daneben und landete am Ende auf dem zehnten Rang. Den Sieg holte sich zum dritten Mal in Folge Oksana Masters (USA), Andrea Eskau vom USC Magdeburg kämpfte sich von Platz acht nach dem Sprint auf Rang fünf vor.

Die 46-jährige Elsdorferin, die sich durch ihre drei Siege zu Beginn des Weltcups zur Langlauf-Königin von Canmore gekürt hatte, im Biathlon aber wegen anhaltender Probleme am Schießstand nicht in Tritt gekommen war, fand somit einen versöhnlichen Abschluss. Daran hatten auch die Gastgeber ihren Anteil.

Ein Dank an die Gastgeber

Sie reparierten Eskaus Waffe in der Werkstatt des kanadischen Biathlontrainers. „Vielen Dank dafür“, sagte Rombach zur kollegialen Unterstützung. Zwar leistete sich Eskau dennoch zwei Schießfehler. Im Vergleich zur Konkurrenz war sie damit aber noch immer eine der Besten.

Die beiden Steher im deutschen Team, Steffen Lehmker (WSV Clausthal-Zellerfeld) und Alexander Ehler (SV Kirchzarten) mussten drei- bzw. viermal in die Strafrunde und konnten sich in der Verfolgung nicht verbessern. Lehmker fiel von Rang sechs nach dem Sprint auf Platz sieben zurück, Ehler von neun auf zehn. Dem 48-Jährigen Emmendinger fehlte zum Abschluss eines anstrengenden Weltcups die Kraft. „Nach drei Jahrzehnten Wettkampfabstinenz ist das aber auch kein Wunder“, sagte Rombach.

Insgesamt war der Bundestrainer mit dem ersten Auftritt des Winters durchaus zufrieden. „Wir hatten schon schlechtere Starts in die Saison“, sagte er. Läuferisch sieht Rombach seine Athleten größtenteils „auf einem guten Weg“. Die Sportler selbst freuen sich nun auf die Weihnachtspause, bevor es spätestens im neuen Jahr wieder im Training zur Sache geht. Vom 20. bis 28. Januar folgt der Heim-Weltcup in Oberried. (ben)

Foto: Pam Doyle. Alle Termine und Resultate vom Weltcup gibt es auf www.paralympic.org/nordic-skiing/calendar-results.