Vollgas für den Sport

Im zweiten Teil unserer Serie über den Sommer unserer Wintersportler: wie Vivian Hösch sich ihren Medaillentraum bei der Heim-WM erfüllen möchte.

 

Mit Skirollern 11,5 Kilometer den Schauinsland hinauf und dabei 800 Höhenmeter bezwingen? Eine willkommene Herausforderung, der sich Vivian Hösch am vergangenen Wochenende gerne gestellt hätte. Doch das Rennen um den Schwarzwaldkönig auf ihren Freiburger Hausberg fiel flach. Der Veranstalter hat es aus organisatorischen Gründen kurzfristig abgesagt.

In Sachen Rennplanung scheint der 25-Jährigen das Glück in diesem Sommer nicht gerade hold zu sein. Auch ihre Teilnahme am Red Bull 400 platzte. Und so blieb nur der Firmenlauf B2Run rund ums Schwarzwald-Stadion, um in einem Wettkampf den derzeitigen Leistungsstand zu testen. Ergebnis: „Ich habe mich sehr gut gefühlt, obwohl es sehr heiß war“, berichtet sie.

Doch nicht nur die Tatsache, dass sie ihre Zeit aus dem vergangenen Jahr um einige Sekunden unterbot, ist ein gutes Zeichen. Hösch strahlt insgesamt Zuversicht und Energie aus. Gemeinsam mit ihrem Begleitläufer Florian Schillinger hat sie intensiv an Kraft und Ausdauer gefeilt, außerdem beim Schießen einige Abläufe verändert, um künftig noch schneller und sicherer zu sein. „Ich merke, dass es vorangeht“, sagt sie.

Es ist nicht zu übersehen, dass Vivian Hösch gewillt ist, den nächsten Karriereschritt zu machen. Bei der WM in Finsterau 2017 will sie eine Medaille, wie schon 2015 in Cable. Aber schon in den Weltcup-Rennen zuvor will sie gegenüber der Konkurrenz ein Zeichen setzen, „von vorneweg zeigen, dass ich da bin und dass man mit mir rechnen muss“, wie sie sagt.

In ihrem Job als Verwaltungsangestellte hat sie weiter reduziert. „So bleibt jetzt viel mehr Zeit für die wichtige Regeneration. Das ist früher häufig auf der Strecke geblieben.“ Ihr Arbeitgeber, die Stadt Freiburg, unterstützt sie nach Kräften. Doch wenn der Deutsche Behindertensportverband im Januar 2017 wieder besonders viel versprechende Athleten in sein Top-Team beruft, möchte Hösch unbedingt dabei sein.

Für diese Ziele schuftet sie auch auf dem neuen Skirollerband im Olympiastützpunkt Freiburg, auf dem sie zuletzt einen Leistungstest absolvierte und das ihr dabei hilft, ihre Doppelstocktechnik zu verbessern. Es braucht also gar nicht unbedingt den Schauinsland und den Schwarzwaldkönig, um auf Skirollern mächtig ins Schwitzen zu kommen. (ben)