Weltneuheit im Labor

Bei tropischen Außentemperaturen suchen Wissenschaftler und Sportler in Karlsruhe nach der optimalen Verbindung von Schlitten und Ski

 

Wie bringt man Ski und Sitzskischlitten am besten zusammen, um die optimale Druckverteilung zu bekommen, ohne an Gleitfähigkeit zu verlieren? Diese Frage stand zu Beginn des Paraskitags in Karlsruhe in der vergangenen Woche. Eine innovative Versuchsanordnung sollte die Antwort liefern. Sie ging auf eine Zusammenarbeit des Teams Snowstorm mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zurück. Und schon die unmittelbaren Ergebnisse zeigten: Der Tag war ein Erfolg.

Matthias Scherge, der wissenschaftlich-technische Berater des Nordic Paraski Teams und Manager des Snowstorm-Teams hatte gerufen, Anja Wicker, Martin Fleig und der Bundestrainer Ralf Rombach kamen, um bei hochsommerlichen Temperaturen im Labor Wintersportbedingungen zu simulieren.

In Karlsruhe fanden die Athleten und ihr Coach „Schnee“ in Form einer Gleitmatte von Mr. Snow vor, der über einer vier Meter langen hochauflösenden Sensorplatte der molibso GmbH lag, dazu speziell präparierte Ski von Kooperationspartner Fischer und von Germina. Zwölf Kameras zeichneten die Bewegungsabläufe von Wicker und Fleig in ihren Schlitten exakt auf.

„Diese Messung ist eine Weltneuheit“, berichtete Matthias Scherge – dementsprechend gespannt blickten die Beteiligten den Ergebnissen entgegen. Und nachdem beim morgendlichen Testlauf mit Techniker Walter Kuss, als Langläufer bei Olympia in Calgary 1988 dabei, alles glatt gelaufen war, rauschten die deutschen Weltmeister in mehreren Schlitten und mit unterschiedlichen Skiern im Doppelschub über die Sensorplatte.

„Wir haben sofort Unterschiede gesehen, die uns weiterbringen. Jetzt sind wir auf die ausführliche Datenauswertung gespannt“, sagte der Bundestrainer Ralf Rombach hinterher. Auch Martin Fleig war zufrieden. „Das war eine spannende Abwechslung.“ Und eine erkenntnisreiche? Spätestens bei den Paralympics im kommenden Jahr wird das klar sein. (ben)