Wicker sprintet zum Sieg, Fleig auf Platz zwei

Die deutschen Biathleten jubeln am zweiten Tag des Weltcup-Finales in Surnadal (Norwegen) – und lassen den holprigen Langlauf-Auftakt vergessen.

 

Eine gehörige Portion Wut im Bauch als Antrieb? Bei Martin Fleig hat das funktioniert. Einen Tag nach dem missglückten Langlauf-Rennen über die Langdistanz beim Weltcup-Finale hat der 25-jährige Gundelfinger im Biathlon-Sprint über 7,5 Kilometer für einen echten Paukenschlag gesorgt: Fleig fuhr trotz eines Schießfehlers auf den zweiten Platz.

Bei den Herren im Sitzski musste sich Fleig im norwegischen Surnadal nur dem fehlerlosen Russen Aleksandr Davidovich geschlagen geben, der in 21:11,8 Minuten gewann. Fleig kam auf eine Zeit von 21:45,8 Minuten. Rang drei holte sich Maksym Yarovyi aus der Ukraine in 21:48,0 Minuten. „Ich bin super glücklich“, sagte der Deutsche.

Zu verdanken hat der Breisgauer seinen Erfolg nach eigenen Angaben zwei Komponenten: den gut präparierten Skiern und einer entsprechenden eigenen Einstellung. „Ich konnte heute richtig ans Limit gehen auf der Loipe“, berichtete er. Max Hauch (SK Nesselwang) beendete den Sprint ohne Fehler als Zehnter und hielt den Abstand zur Spitze in Grenzen.

Sogar noch besser als für Fleig lief es für Anja Wicker vom MTV Stuttgart. Die 23-Jährige blieb über die sechs Kilometer am Schießstand fehlerfrei und war in einer Zeit von 20:18,1 Minuten schneller als die gesamte Konkurrenz. Natalia Kocherova (Russland, 21:04,6 Minuten) und Lidziya Hrafeyeva (Weißrussland, 21:21,5 Minuten) folgten auf den Plätzen zwei und drei.  

Anja Wicker von Norwegern angefeuert

„Heute war alles perfekt“, jubelte Wicker, die zuletzt nicht ganz an die Erfolge der vergangenen Saison herangekommen war, als sie zum Beispiel bei den Paralympics in Sotschi Gold und Silber gewann. „So ein Rennen hatte ich mal wieder nötig. Das tut gut.“ Der Bundestrainer Ralf Rombach sprach im Bezug auf Fleig und Wicker von „zwei tollen Rennen“.  

Kein Glück an ihrem 24. Geburtstag hatte die Freiburgerin Vivian Hösch, die sich zwei Schießfehler leistete und beim erneuten Sieg der Russin Iuliia Budaleeva hinter ihrer Teamkollegin Clara Klug auf den sechsten Rang lief. „Ich hatte nach dem Langlauf-Rennen gestern sehr müde Arme und Beine. Dadurch habe ich nicht den Sprintmodus gefunden“, sagte Hösch. Für die Münchnerin Klug war der fünfte Platz ohne Schießfehler in einer Zeit von 19:08,8 Minuten dagegen ein Top- Ergebnis. „Für ihre junge Karriere ist das sogar sehr gut“, lobte Rombach.

Kein ganz so ruhiges Händchen am Schießstand hatten der Freiburger Nico Messinger und Marco Maier (SK Nesselwang), die beide durch zu viele Schießfehler bessere Ergebnisse verpassten. Für den 15-jährigen Maier, der am Dienstag in Norwegen ein Junioren-Rennen über fünf Kilometer gewonnen hatte, war das Resultat aber zweitrangig. Beim erst zweiten Wettkampf auf großer Bühne sei es für ihn ums Erlebnis und die Erfahrung gegangen.

Nach einem Ruhetag geht es in Norwegen am Freitag mit dem Verfolgungsrennen (10 km/12,5 km) weiter. Dann wollen Wicker und Fleig ihre viel versprechende Ausgangssituation für weitere Erfolge  nützen. (ben)

Aktuelle Resultate vom Weltcup gibt es wie gewohnt im Rennkalender des IPC.

Fotos: Luc Percival