Loop One Festival München
Der Olympiapark ruft
Ein deutsches Para Biathlon-Quintett ist beim hochklassigen Saison-Opening dabei. Eine Woche später will es sich auch bei den deutschen Meisterschaften beweisen.
Biathlon-Fans dürften beim Blick aufs Teilnehmerfeld des Loop One Festivals München 2026 die Augen leuchten. Viele Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner Olympischer Spiele werden am 17. und 18. Oktober die Skiroller anschnallen. Lisa Vittozzi (Italien) und Eric Perrot (Frankreich) sind zum Beispiel dabei; sie gewannen vergangenes Jahr bei der Premiere des Festivals. Oder der Norweger Sturla Holm Lægreid, die Schwedin Elvira Öberg sowie aus deutscher Sicht unter anderem Janina Hettich-Walz, Vanessa Voigt, Philipp Nawrath und Philipp Horn.
Der Para Biathlon hat im Programm einen prominenten Platz bekommen. Am Samstag, zwischen Qualifikation und Finale des Supersprints der Biathlon-Elite, messen sich einige der besten des Para Sports bei einem Massenstart-Rennen. Für Deutschland sind Leonie Walter (mit Guide Emil Schmidt), Johanna Recktenwald (mit Guide Emily Weiss), Linn Kazmaier (mit Fabian Rießle als neuem Guide), Marco Maier und Nico Messinger (mit Guide Christian Krasman) am Start. „Wir freuen uns sehr auf die besondere Atmosphäre in München“, sagt Michael Huhn aus dem Trainerteam der deutschen Para Ski nordisch-Nationalmannschaft.
Nächster Prüfstein: deutsche Meisterschaften
Für das Quintett ist das Loop One Festival gleichzeitig ein Test. Denn eine Woche später müssen sie sich am Bundesstützpunkt in Freiburg und auf der Heimstrecke im Nordic Center Notschrei beweisen. Dann stehen die zweite zentrale Leistungskontrolle dieses Sommers und die deutschen Meisterschaften mit einem Para Biathlon-Sprint über 7,5 Kilometer (24. Oktober) und einem Para Skilanglauf-Rennen über zehn Kilometer in der freien Technik an.
Am Notschrei wird nicht nur der nahezu vollständige Kreis an Kandidatinnen und Kandidaten für die im Dezember beginnende Weltcup-Saison vertreten sein, sondern auch der Nachwuchs. Termin und Procedere der deutschen Meisterschaften sind dabei ein Fingerzeig dahingehend, dass sich der Sport angesichts der globalen Erwärmung selbst wandelt: Schon lange nutzen Athletinnen und Athleten Skiroller fürs Training in wärmeren Jahreszeiten. Inzwischen diskutiert beispielsweise auch der Ski- und Snowboard-Weltverband FIS, schon in der Saison 2027/2028 Wettbewerbe auf Rollen stärker in den regulären Wettkampfkalender zu integrieren.
Schwitzen und wohlfühlen in Goms
Die Zentrale Leistungskontrolle erfolgt zeitnah auf ein intensives Trainingslager der Mannschaft im September im Schweizerischen Goms. Aus dem Wallis nahmen sie gute Eindrücke mit – auf mehreren Ebenen. Das Team bewältigte viele Bergläufe zu Fuß und auf Rollern, viel Kraftausdauer-Training sowie einige wettkampfspezifische Einheiten am Schießstand. Am Ort fühlte sie sich blendend aufgehoben. „Wir haben eine tolle Kooperation mit dem Nordischen Zentrum Goms. Alle haben sich sehr um uns bemüht, die Anlagen und die Bedingungen waren super“, berichtet Michael Huhn.
Das Wiedersehen mit Goms wird nun nicht lange auf sich warten lassen: Bereits am 16. November kehrt die deutsche Mannschaft für knapp zwei Wochen ins Wallis zurück – in der Hoffnung, genug Schnee vorzufinden. Dann wartet der finale Lehrgang vor dem Weltcup-Start im finnischen Vuokatti.
Weitere Links
Loop One Festival: https://www.looponefestival.com
Deutsche Meisterschaften: https://nordski.de/termine/eventreader/dm-2026.html
Artikel im Blog Gletschergeflüster zum Trainingslager in Goms: https://blog.aletscharena.ch/gletschergefluester/sehbehinderter-biathlet-ich-erkenne-dass-die-berge-eindr%C3%BCcklich-sind
Foto: Magdalena Hüfner (Instagram: sweetandscaryphotography)
