WC Notschrei 2026

Kräftemessen vor der Haustür

Beim Para Biathlon Weltcup will die deutsche Mannschaft auf ihrer Trainingsstrecke den Heimvorteil nutzen. Schließlich geht es noch um die Tickets für die Paralympics.

Anja Wicker bei der WM 2025 am Schießstand, Foto: Ralf Kuckuck / DBS

Beim Saisonauftakt im kanadischen Canmore im Dezember war die deutsche Nationalmannschaft im Para Ski nordisch nur mit einem kleineren Aufgebot dabei. Zum Start ins neue Jahr gilt: Alle Mann und Frauen an Bord. Das hat mehrere Gründe. Auf dem Programm stehen zwei Heimweltcups, der erste in den kommenden Tagen im vom Weltverband IBU organisierten Para Biathlon am Notschrei im Südschwarzwald, der zweite im Para Skilanglauf der FIS in Finsterau im Bayerischen Wald in der nächsten Woche (14. bis 18. Januar). Sich vor einem heimischen Publikum sowie vor der Familie und Freunden wenige Wochen vor den Paralympischen Spielen als großes Karriere-Highlight präsentieren zu können, das motiviert besonders. Und reichlich Motivation ist auch vonnöten, denn die Startplätze für die in Val di Fiemme stattfindenden Rennen der Paralympics 2026 (7. bis 15. März) sind begehrt und umkämpft gleichermaßen.

Das gilt im Fall der deutschen Mannschaft besonders für die Männer, denen wie ihren Teamkolleginnen sieben Tickets zur Verfügung stehen – übergreifend für Para Biathlon und Para Skilanglauf. Die Zahl der aussichtsreichen Bewerber liegt hingegen bei zehn. Möglicherweise werden also drei von ihnen zu Hause bleiben müssen – selbst, wenn sie zuvor die Qualifikationsnorm (ein Weltcup-Rennen mit maximal fünf Prozent Zeitrückstand auf den Drittplatzierten beenden) erfüllt haben. Die sieben deutschen Biathlon-Spezialisten, drei bei den Männern mit Sehbehinderung und vier in der stehenden Konkurrenz, werden am Notschrei alles dafür geben, Werbung in eigener Sache zu machen. Für die drei Frauen mit Sehbehinderung und die beiden Starterinnen in der sitzenden Konkurrenz gilt das mit etwas weniger Druck ebenso. Wer von ihnen die Norm erfüllt, ist in Italien sicher dabei.

Der Bundestrainer dankt den Organisatoren

Der deutsche Chefcoach Ralf Rombach blickt den Rennen am Donnerstag, Samstag und Sonntag gespannt entgegen. Für Rombach ist der Weltcup ein echtes Heimspiel; er stammt aus dem Südschwarzwald und lernte einst am Notschrei das Langlaufen. Sein Team kennt die Strecken ebenfalls bestens. Sie sind Teil des Bundesstützpunkts. „Für uns hat dieser Auftritt hier eine Riesenbedeutung. Wir sind sehr froh, dass das Nordic Center sich der Organisation angenommen hat“, sagt Rombach.

Speziell vorbereitet hat sich die Nationalmannschaft auf den Weltcup allerdings nicht. Der volle Fokus gilt dem Saisonhöhepunkt Paralympics, der gesamte Trainingsplan ist darauf ausgerichtet. Linn Kazmaier, Marco Maier und Nico Messinger mussten zuletzt etwas kürzertreten. Das Trio hatte im Dezember mit leichten Erkältungskrankheiten zu kämpfen.

 

Das deutsche Aufgebot für den Notschrei (Name, Alter, Geburtsort, Verein):

Frauen mit Sehbeeinträchtigung: Linn Kazmaier (19 / Nürtingen / SZ Römerstein, Guide: Florian Baumann / 24 / Nürtingen / SZ Uhingen), Johanna Recktenwald (24 / St. Wendel / Biathlon-Team Saarland, Guide: Emily Weiß / 22 / Freiburg / SV Kirchzarten), Leonie Walter (21 / Freiburg / SC St. Peter, Guide: Christian Krasman / 24 / Stühlingen / Ski-Club Schönwald)

Frauen sitzend: Andrea Eskau (54 / Apolda / USC Magdeburg), Anja Wicker (34 / Stuttgart / MTV Stuttgart)

Männer mit Sehbeeinträchtigung: Theo Bold (19 / Velbert / WSV Isny, Guide: Jakob Bold / 21 / Essen / WSV Isny), Nico Messinger (31 / Freiburg / Ring der Körperbehinderten Freiburg, Guide: Robin Wunderle / 27 / Freiburg / SC Todtnau), Lennart Volkert (22 / Berlin / PSV München, Guide: Nils Kolb / 23 / Freiburg / SV Kirchzarten)

Männer stehend: Alexander Ehler (56 / Leninogorsk (KAZ) / SV Kirchzarten), Steffen Lehmker (36 / Uelzen / WSV Clausthal-Zellerfeld), Max Long (19 / Rottweil / SV Kirchzarten), Marco Maier (26 / Oberstdorf / SV Kirchzarten)

 

Der Zeitplan für den Notschrei:

Donnerstag, 8. Januar, 10.45 Uhr bis ca. 15.15 Uhr: Biathlon-Einzel (12,5 km)

Samstag, 10. Januar, 11.15 Uhr bis ca. 15.45 Uhr: Biathlon Sprint-Verfolgung (2,4 km sitzend, 3,6 km stehend und sehbehindert)

Sonntag, 11. Januar, 10.15 Uhr bis ca. 13.30 Uhr: Biathlon-Sprint (7,5 km)

 

Weitere Informationen:

https://www.biathlonworld.com/inside-ibu/para-biathlon

Foto: Ralf Kuckuck / DBS

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