Paralympics 2026

Team D schnappt sich Staffel-Silber

Theo Bold (und Guide Jakob Bold), Sebastian Marburger, Linn Kazmaier (und Guide Florian Baumann) sowie Marco Maier fehlen nur 5,4 Sekunden auf China und Gold. Das Mixed-Team wird Vierter.

Die Silber-Staffel mit ihren Medaillen, Foto: Daniel Kopatsch/VOIGT/DBS

Ein spektakulärer Massenstart, packende Zweikämpfe – die offene 4x2,5 Kilometer-Langlauf-Staffel bei den Paralympics war beste Werbung für den Sport. Und sie brachte dem deutschen Team die erhoffte Medaille – freilich nicht ohne das obligatorische Drama in Tesero. Jakob Bold, Guide und Bruder des Startläufers Theo Bold, kam kurz nach Beginn in einer Kurve in Rücklage und stürzte. Im späteren Interview beteuerten aber beide, dass das Unglück keine großen Auswirkungen gehabt habe; „Theo hat ein gutes Hinterrad erwischt. Deswegen war es renntaktisch nicht entscheidend", sagte Jakob, der bald wieder seine Position einnehmen konnte. „Unser Ziel war, in der Führungsgruppe zum ersten Wechsel zu kommen. Das ist uns gelungen", ergänzte Theo, der als Zweiter knapp hinter der Ukraine an Sebastian Marburger übergab. Der 28-jährige Bad Berleburger holte auf seiner Runde alles aus sich heraus und erfüllte seine Aufgabe, vorne wegzufahren, bravourös.

Mit 22,2 Sekunden Vorsprung vor Norwegen gingen Linn Kazmaier und Florian Baumann auf ihre Runde, China und Frankreich folgten direkt dahinter – und der Chinese Chenyang Wang machte mächtig Druck. Kazmaier aber wehrte sich erfolgreich, wenngleich der Vorsprung beim dritten Wechsel nur noch 0,9 Sekunden betrug; der deutsche Schlussläufer Marco Maier hatte gegen Shuang Yu, Goldmedaillen-Gewinner in der Biathlon-Sprintverfolgung bei den Männern mit Sehbehinderung, am Ende wenig Chancen. Er blieb zwar am berüchtigten Zorzi-Anstieg an Yu dran, musste ihn dann aber ziehen lassen. „An der letzten Kuppe hat er sich kurz umgedreht und seinem Guide das Kommando gegeben anzuziehen. Danach ging's richtig ab. Ich wusste was kommt, konnte aber nicht mehr mitgehen", berichtete Maier, der im Gegensatz zu Yu nur einen Stock verwenden kann und darf. 5,4 Sekunden fehlten im Ziel. Bronze ging an Norwegen mit 0,2 Sekunden Vorsprung vor der Ukraine. „Silber glänzt für uns heute fast golden. Ich wüsste nicht, wo wir etwas liegen gelassen haben“, sagte der deutsche Bundestrainer Ralf Rombach. Linn Kazmaier schloss sich dem an. „Eine Medaille im Team zu gewinnen, hat einen ganz besonderen Stellenwert", sagte sie.

Der deutschen Mixed-Staffel mit Nico Messinger (und Guide Robin Wunderle), Anja Wicker, Leonie Walter (und Guide Christian Krasman) sowie Lennart Volkert (mit Guide Nils Kolb) hingegen war nach ihrem vierten Platz im ersten Rennen des Tages hinter den USA, der Ukraine und China die Enttäuschung anzumerken. Am Ende fehlten 13,9 Sekunden auf Bronze, 52 Sekunden waren es noch nach dem letzten Wechsel gewesen. Anja Wicker ordnete das Ergebnis für die Mannschaft ein. „Bronze war definitiv unser Ziel. In den letzten Jahren standen wir auch immer auf dem Podium. Wir haben alles gegeben. Jeder ist am Limit gelaufen. Aber die anderen waren heute besser“, sagte sie.

Am Sonntag enden die paralympischen Wettbewerbe in Tesero mit dem 20-Kilometer-Langlauf-Rennen in der freien Technik.

Foto: Daniel Kopatsch/VOIGT/DBS

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