Nominierungen Paralympics 2026

Unser Team für Val die Fiemme

Diese Athletinnen und Athleten vertreten Deutschland im Para Ski nordisch in Italien.

Eindrücke von der Eröffnungsfeier der Paralympics vor vier Jahren in Peking, Foto: Ralf Kuckuck / DBS

Theo Bold (19, WSV Isny, mit Guide Jakob Bold)

Geburtstag feiern im Paralympics-Trubel? Check! Theo Bold wird am 11. März 20 Jahre alt. Da steht im Skistadion von Tesero der Langlauf über zehn Kilometer klassisch an - mit Bold am Start? Gut möglich. Der bekennende Gummibärchen-Fan feierte in diesem Weltcup-Winter bei den Männern mit Sehbehinderung mit seinem Bruder Jakob als bestens vertrautem Begleitläufer über diese Distanz zwei vierte Plätze im kanadischen Canmore. Für die Gebrüder Bold sind es die ersten Paralympics.

Alexander Ehler (56, SV Kirchzarten)

2018 im südkoreanischen Pyeongchang war er das erste Mal bei Paralympics dabei. Im Klassik-Sprint bei den Männern stehend verpasste er eine Medaille unglücklich und holte sie dafür mit Bronze in der Mixed-Staffel an der Seite von Andrea Eskau und Steffen Lehmker. Der aus Kasachstan stammende und seit langer Zeit in Emmendingen (Baden-Württemberg) beheimatete Routinier ist überhaupt ein Mann fürs Team. Dreimal schon war er Teil einer Mixed-Staffel, die bei Weltmeisterschaften Bronze holte.

Andrea Eskau (54, USC Magdeburg)

Man wäre eine Weile beschäftigt, würde man alle Medaillen aufzählen, die Andrea Eskau in ihrer Karriere bei Paralympics und Weltmeisterschaften geholt hat. Und man liefe Gefahr, sich zu verzählen. 72 sind es insgesamt, darunter acht goldene bei Paralympics im Winter (Para Biathlon und Para Skilanglauf bei den Frauen sitzend) und im Sommer (Para Radsport) - also für jede bisherige Teilnahme eine. Die Diplom-Psychologin ist seit 2009 Teil des deutschen Para Ski nordisch-Nationalteams.

Linn Kazmaier (19, SZ Römerstein, mit Guide Florian Baumann)

Ihr Stern ging vor vier Jahren auf, als sie bei den Paralympics in Peking Gold im Langlauf über zehn Kilometer, dreimal Silber und einmal Bronze bei den Frauen mit Sehbehinderung holte. Schon damals und auch heute als Begleitläufer an Linn Kazmaiers Seite: Florian Baumann. Es folgten: sieben WM-Titel und fünf Gesamtweltcup-Siege. Zuletzt bremsten unter anderem Schulstress und Erkrankungen sie ein wenig aus. Doch in den letzten Weltcups zeigte die Formkurve wieder nach oben.

Marco Maier (25, SV Kirchzarten)

Der Allgäuer, der inzwischen in Freiburg lebt, holte vor vier Jahren in Peking sowohl im Biathlon- als auch im Langlauf-Sprint bei den Männern stehend paralympisches Silber. Bei den Weltmeisterschaften in Östersund 2023 gewann er sogar Dreifach-Gold. Das hat die Erwartungen an den jungen Papa enorm steigen lassen. Im Weltcup lieferte sich das Mitglied des deutschen Zoll Ski-Teams in den vergangenen Jahren heiße Duelle mit dem Kanadier Mark Arendz. Die dürfte es auch in Tesero geben.

Sebastian Marburger (28, SK Wunderthausen)

Vor drei Jahren zauberte die deutsche Mannschaft bei der WM in Östersund einen Startläufer für die 4x2,5 km offene Staffel aus dem Hut, der die Konkurrenz staunen ließ: Sebastian Marburger legte den Grundstein für die Gold-Medaille in diesem Rennen. Der Klassik-Spezialist ist seitdem eine feste Größe bei den Männern stehend. Sechs Weltcup-Siege stehen zu Buche, alle im Sprint oder über zehn Kilometer. In dieser Saison verhinderte nur eine während des finalen Weltcups erlittene Lebensmittelvergiftung seinen Gesamtweltcup-Titel.

Kathrin Marchand (35, SC Leverkusen)

Sie schreibt in Italien Sportgeschichte, denn sie ist die weltweit erste Athletin, die bei drei verschiedenen Ausgaben der Spiele dabei ist: Olympische Sommerspiele sowie Paralympische Spiele im Sommer und Winter. Das schaffte vor ihr nur der Niederländer Jeroen Straathof. Nach Para Rudern WM-Gold im Mixed-Doppelzweier mit Valentin Luz Ende September 2025 träumt sie nun von einer Paralympics-Medaille im Langlauf-Sprint bei den Frauen stehend. Dazu, so sagt sie, müsse alles passen.

Merle Menje (21, StTV Singen)

Auch sie war schon bei Sommer-Paralympics dabei: 2021 in Tokio wurde sie unter anderem zweimal Vierte im Rennrollstuhl über 800 Meter und 1500 Meter. Nun folgt die mit großer Vorfreude erwartete Premiere im Winter. Merle Menje geht bei den Frauen sitzend im Para Skilanglauf an den Start, wo ihr die Sprint-Distanz am meisten liegt. Im polnischen Jakuszyce gab es Ende Januar einen zweiten Platz im Weltcup, bei Weltmeisterschaften wurde sie 2025 Sprint-Vierte und 2023 Sprint-Fünfte.   

Nico Messinger (31, Ring der Körperbehinderten Freiburg, mit Guide Robin Wunderle)

Im Englischen würde man sagen, der 31-Jährige sei aktuell „on fire". Drei Weltcup-Siege im Biathlon gab es in diesem Jahr schon, einen mehr als in seiner gesamten bisherigen Laufbahn zuvor. Der Lohn war der Gewinn des Gesamtweltcups bei den Männern mit Sehbehinderung. Da zeigt sich, wie wertvoll eine gute Förderung sein kann: Messinger ist seit 2024 dank des Zoll Ski Teams Profisportler. Ist auch in Tesero eine Medaille drin? Sein bislang bestes paralympisches Einzelergebnis war 2018 Platz fünf im Langlauf-Sprint.

Johanna Recktenwald (24, Biathlon-Team Saarland, mit Guide Emily Weiss)

Was für Messinger gilt, gilt auch für Recktenwald: Die in Freiburg lebende Saarländerin ist absolut im Aufwind. Vergangenes Jahr schnappte sie sich bei den Weltmeisterschaften in Pokljuka WM-Gold im Biathlon-Einzelrennen bei den Frauen mit Sehbehinderung, ohne zuvor ein Weltcup-Rennen gewonnen zu haben. Das holte sie nach: drei Weltcup-Triumphe sind es bislang, dazu der Gesamtweltcup-Titel im Biathlon. 2025 wurde sie außerdem deutsche Para Sportlerin des Jahres. Und 2026?

Lennart Volkert (22, PSV München, mit Guide Nils Kolb)

Er ist einer der Überflieger der Saison - auch wenn ihm am Ende des Weltcup-Winters ein wenig die Luft ausging und er im Gesamtweltcup Teamkollege Messinger vorbeiziehen lassen musste. Dennoch: durch seine drei Weltcup-Siege 2025/2026 hat „Lenni" Volkert sich in den Kreis der Medaillenkandidaten bei den Paralympics katapultiert. Wie sich Edelmetall bei einem Großereignis anfühlt, weiß er von der Langlauf-WM 2025 in Toblach. Da gehörte er der offenen Staffel an, die über 4x2,5 Kilometer Silber holte.

Leonie Walter (22, SC St. Peter, mit Guide Christian Krasman)

Eine weitere Entdeckung der vorhergehenden Paralympics in Peking. Damals telefonierte sie nach Gold im Biathlon über zehn Kilometer vor laufender ARD-Kamera mit ihrer glückseligen Mama. Dreimal Bronze kam in China noch hinzu, auch diesmal zählt die doppelte Gesamtweltcup-Gewinnerin der Saison 2024/2025 zum Favoritenkreis bei den Frauen mit Sehbehinderung. Allerdings musste sie sich zuletzt etwas schonen: die Schulter macht seit einiger Zeit Probleme, was sie vor allem beim Schießen spürt.

Max Weidner (36, WSV-DJK Rastbüchl)

Er sprang als Letzter auf den Paralympics-Zug mit auf. Durch einen vierten und einen dritten Platz im Einzel- bzw. Massenstart über zehn Kilometer im Klassisch-Langlauf beim jüngsten Weltcup in Jakuszyce (Polen) vor zwei Wochen verdiente sich der Junge des Bayerischen Waldes die Nominierung für Italien. Der reine Para Skilangläufer aus Neureichenau feierte im Dezember 2019 sein Debüt, die Qualifikation für Peking 2022 verpasste er. Nun erfüllt sich sein paralympischer Traum im zweiten Anlauf.

Anja Wicker (34, MTV Stuttgart)

2014 in Sotschi gewann sie bei ihren ersten Paralympics sensationell Gold im Biathlon über zehn Kilometer bei den Frauen in der sitzenden Konkurrenz. Seitdem ist Anja Wicker aus der Weltspitze nicht mehr wegzudenken. Insgesamt achtmal gewann sie den Gesamtweltcup im Biathlon oder Langlauf. In den ersten sechs Weltcup-Rennen des Jahres war sie immer auf dem Podium. Paralympics-Medaillen hat sie seit Peking 2022 in allen Farben. Aber es spricht nichts dagegen, das Sammeln von vorn zu beginnen.

 

 

Foto: Ralf Kuckuck / DBS

Zurück