WC Finsterau 2026, Klassik-Sprint und Staffeln
Zum Abschluss „nah am Optimum“
Am letzten Tag des FIS Para Skilanglauf-Weltcups gibt es einmal Silber für Deutschland. Im Sprint sammelt die Mannschaft drei Medaillen ein.
Die ganze Faszination des Para Skilanglauf in einem Rennen zu vermitteln – das vermögen nur die Staffeln, in denen Athletinnen und Athleten im Schlitten, aus der stehenden Kategorie und mit Sehbehinderung nach einem Massenstart die schnellste Mannschaft untereinander ermitteln. Am Sonntag gab es zum großen Finale des FIS Para Skilanglauf-Weltcups in Finsterau zwei dieser Rennen über 4x2,5 Kilometer mit zunächst zwei Runden in der klassischen und dann zweien in der freien Technik. Das deutsche Nationalteam war mit je zwei Auswahlen vertreten und nahm eine Medaille mit.
Für die sorgten Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg, mit Guide Robin Wunderle), Sebastian Marburger (SK Wunderthausen), Linn Kazmaier (SZ Römerstein, mit Guide Florian Baumann) und Lennart Volkert (PSV München, mit Guide Christian Winker) in der offenen Staffel hinter der Mannschaft aus Russland und vor China 1. „Wir haben in der ersten Runde ein paar Sekunden Zeit liegen lassen. Ansonsten waren wir nah dran am Optimum“, sagte der Bundestrainer Ralf Rombach.
Die zweite offene deutsche Staffel mit Theo Bold (WSV Isny, mit Guide Jakob Bold), Andrea Eskau (USC Magdeburg), Max Weidner (WSV-DJK Rastbüchl) und Max Long (SV Kirchzarten) kam als Zwölfte ins Ziel. Im Mixed verpassten Anja Wicker (MTV Stuttgart), Alexander Ehler (SV Kirchzarten), Johanna Recktenwald (Biathlon-Team Saarland, mit Guide Emily Weiss) und Marco Maier (SV Kirchzarten) als Vierte das Podium knapp. Der Sieg ging am Russland 1 vor China und der Ukraine 1. Auch hier wurde die zweite deutsche Mannschaft mit Kathrin Marchand (SC Bayer Leverkusen), Merle Menje (StTV Singen), Leonie Walter (SC St. Peter, mit Guide Christian Krasman) und Johannes Rank (WSV Trusetal, mit Guide Adrian Schuler) Zwölfte.
Stürze bremsen Marchand und Marburger aus
Im Klassik-Sprint am Samstag hatte es für die deutsche Mannschaft drei Medaillen gegeben. Anja Wicker lief bei den Frauen sitzend im sechsten Rennen des Jahres zum sechsten Mal aufs Podium. Lediglich Oksana Masters (USA) war schneller als sie. Bronze ging an Shiyu Wang aus China. Andrea Eskau und Merle Menje wurden Achte bzw. Zwölfte. Bei den Frauen mit Sehbehinderung profitierte Linn Kazmaier von einer Zurückstufung der zunächst siegreichen Russin Anastasiia Bagaiin wegen eines Fehlstarts. Die 19-Jährige rückte dadurch vom vierten auf den dritten Platz vor und gewann Bronze hinter Simona Bubenickova (Tschechien) und Yue Wang (China). Leonie Walter wurde Fünfte, Johanna Recktenwald Siebte.
Als Vierte knapp an einer Medaille vorbei lief Kathrin Marchand in der Konkurrenz der Frauen stehend. Nach dem Prolog noch Zweite hinter der norwegischen Gesamtweltcup-Führenden Vilde Nilsen, unterlief ihr im Finale auf eben jenem zweiten Platz liegend ein Sturz. „Superärgerlich, aber es gehört eben leider zu meiner Einschränkung, dass ich meinen Körper manchmal nicht unter Kontrolle habe“, sagte die 35-Jährige, die seit einem Schlaganfall 2021 linksseitig leicht gelähmt ist. Am Ende sprang Platz vier hinter Nilsen, Natalie Wilkie (Kanada) und Sydney Peterson (USA) für sie heraus; es war der zweite vierte Platz für Marchand beim Weltcup in Finsterau. „Kathrin hat sich im Sprint unter Wert verkauft. Aber wir wissen, woran wir zu arbeiten haben“, sagte Ralf Rombach mit Blick auf die Paralympics im März in Italien.
Auch Sebastian Marburger kostete ein Sturz im Finale einen möglichen Sieg bei den Männern in der stehenden Konkurrenz. Der 28-Jährige verlor dadurch am letzten Berg an Boden, rettete aber in einem spektakulären Schlusssprint-Dreikampf mit Kjartan Haugen aus Norwegen und Karl Tabouret aus Frankreich Bronze. „Ich nehme einen positiven Eindruck mit, zumal mir die Strecke nicht ganz so gelegen ist“, sagte er. Sieger in seiner Klasse wurde Raman Svirydzenka aus Belarus vor Vitalii Malyshev aus Russland. Max Weidner und Alexander Ehler landeten auf den Rängen 16 und 18. Bei den Männern mit Sehbehinderung war Theo Bold als Achter bester Deutscher. Der Weltcup-Debütant Johannes Rank wurde Zwölfter.
„Auch wenn wir hier kein Rennen gewinnen konnten: Wir haben uns gut verkauft“, bilanzierte Rombach die Tage im Bayerischen Wald. Für die Mannschaft geht es nun weiter in den Südwesten Polens. In Jakuszyce steht der finale Weltcup vor den am 6. März beginnenden Paralympics an. Zunächst sind in Jakuszyce wieder die Para Biathleten und Para Biathletinnen gefragt, bevor in der darauffolgenden Woche noch vier Para Skilanglauf-Rennen auf dem Programm stehen. Leonie Walter gehört nicht zum deutschen Aufgebot fürs Weltcup-Finale. Sie lässt sich in Deutschland wegen anhaltender Schulterprobleme behandeln.
Das deutsche Aufgebot für den Para Biathlon Weltcup in Jakuszyce (Name, Alter, Geburtsort, Verein):
Frauen mit Sehbeeinträchtigung: Linn Kazmaier (19 / Nürtingen / SZ Römerstein, Guide: Florian Baumann / 24 / Nürtingen / SZ Uhingen), Johanna Recktenwald (24 / St. Wendel / Biathlon-Team Saarland, Guide: Emily Weiß / 22 / Freiburg / SV Kirchzarten)
Frauen sitzend: Andrea Eskau (54 / Apolda / USC Magdeburg), Anja Wicker (34 / Stuttgart / MTV Stuttgart)
Männer mit Sehbeeinträchtigung: Theo Bold (19 / Velbert / WSV Isny, Guide: Jakob Bold / 21 / Essen / WSV Isny), Nico Messinger (31 / Freiburg / Ring der Körperbehinderten Freiburg, Guide: Robin Wunderle / 27 / Freiburg / SC Todtnau), Lennart Volkert (22 / Berlin / PSV München, Guide: Nils Kolb / 23 / Freiburg / SV Kirchzarten)
Männer stehend: Alexander Ehler (56 / Leninogorsk (KAZ) / SV Kirchzarten), Max Long (19 / Rottweil / SV Kirchzarten), Marco Maier (26 / Oberstdorf / SV Kirchzarten)
Der Zeitplan für Jakuszyce (erste Woche):
Donnerstag, 22. Januar, ab 10.45 Uhr: Biathlon-Sprint (7,5 km)
Samstag, 24. Januar, ab 11.15 Uhr: Biathlon Sprint-Verfolgung (2,4 km sitzend, 3,6 km stehend und sehbehindert)
Sonntag, 25. Januar, ab 10.45: Biathlon-Einzel (12,5 km)
Weitere Informationen:
https://www.fis-ski.com/para-cross-country
https://www.weltcup-finsterau.com
https://www.biathlonworld.com/calendar?CupLevel=6
